Die Nashörner
Eugène Ionesco
Eugène Ionescos "Die Nashörner" (ursprüngliche Novelle 1957, Theaterstück 1959) handelt von einer Stadt, deren Bewohner sich nach und nach in Nashörner verwandeln, während der Protagonist Behringer verzweifelt Mensch bleibt. Das Werk wird häufig als politische Allegorie missverstanden, doch Ionesco betont, dass es nicht gegen spezifische Ideologien gerichtet ist, sondern universelle Themen wie Konformismus und Entmenschlichung behandelt. Das Kernthema ist die menschliche Würde und der Widerstand gegen blindes Mitläufertum. Der Autor bekräftigt in einem Interview von 1982, dass ihn instinktive Abscheu vor Dummheit und Menschenrechtsverletzungen treibt, nicht parteiische Ziele.
Erwähnungen (2)
„Ich erinnere ihn noch bewusst, was ich gesehen habe, war die Nashörner von UNESCO. Und da war er grandios. Und ich habe, glaube ich, auch von meinem Vater sehr viel gelernt, sehr viel auch Schutz mitbekommen.“
Westernhagen erinnert sich an seinen Vater Hans Müller-Westernhagen als Schauspieler. Er nennt Ionescos 'Die Nashörner' als eine Inszenierung, in der sein Vater grandios gewesen sei. Der Vater war im Gründgens-Ensemble in Düsseldorf und wird als 'unfassbarer Schauspieler' beschrieben, der allerdings aus seinen Rollen nicht mehr herauskam.
„Und ich habe ihn gesehen in einem Stück von UNESCO, die Nashörner, wo ein Mensch sich dann langsam in ein Nashorn verwandelt. Das war für mich damals als Kind schon hoch beeindruckend, aber wie gesagt, er kam damit nicht klar, er kam dann aus diesen Rollen nicht mehr raus und da konnte ich sehr viel lernen.“
Marius Müller-Westernhagen erzählt von seinem Vater, einem Theaterschauspieler bei Gründgens' Ensemble in Düsseldorf. Er erinnert sich daran, wie er als Kind seinen Vater in Ionescos 'Die Nashörner' auf der Bühne sah – ein prägendes Erlebnis, das ihm aber auch die Schattenseiten des Schauspielerberufs zeigte, da sein Vater nicht mehr aus seinen Rollen herausfand.
Ähnliche Medien
Hamlet
William Shakespeare
Regisseur Johann Simons inszeniert Shakespeares Hamlet am Schauspielhaus Bochum mit der Schauspielerin Sandra Hüller in der Hauptrolle. Die Produktion gewinnt durch Hüllers internationale Bekanntheit nach ihrer Oscar-Nominierung zusätzliche Aufmerksamkeit. Die Inszenierung tourt mittlerweile über Bochum hinaus und bildet einen Schwerpunkt des Regisseurs in der zeitgenössischen Shakespeare-Interpretation.
Die Dreigroschenoper
Bertolt Brecht
Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht aus dem Jahr 1928 ist ein Theaterstück, das im viktorianischen London spielt und einen erbitterten Konkurrenzkampf zwischen dem Verbrecherbosse Mackie Messer und dem Bettlermafia-Boss Jonathan Peachum darstellt. Der Konflikt eskaliert, als Mackie heimlich Peachums Tochter Polly heiratet, worauf Peachum plant, Mackie auszuliefern. Nach mehreren Verhaftungen und Fluchtversuchen wird Mackie schließlich zum Tode verurteilt, erhält aber in letzter Minute ein königliches Begnadigungsschreiben und wird sogar in den Adelsstand erhoben. Das Drama verbindet episches Theater mit 21 Liedern von Kurt Weill und kritisiert durch die Kriminalgeschichte die sozialen Verhältnisse der Zeit.
Hamilton
Lin-Manuel Miranda
Rezension des Musicals Hamilton bei seiner Rückkehr ins Chicagoer CIBC Theatre. Der Artikel untersucht, warum Hamiltons politische Botschaft und gesellschaftskritische Ausrichtung auch heute noch Publikum fesselt und relevant bleibt. Jonathan Groff, als Schauspieler eine zentrale Figur der Musicalszene, zeigt die künstlerische Qualität und Besetzungsstärke dieser erfolgreichen Produktion.
Cabaret
John Kander, Fred Ebb
Cabaret ist das klassische Broadway-Musical über den Aufstieg des Faschismus im Weimar-Berlin der 1930er Jahre. Eine aktuelle Neuinszenierung mit Eddie Redmayne verdeutlicht, wie das fast 50 Jahre alte Stück durch die heutige politische Lage eine beängstigende Aktualität zurückgewonnen hat – die Realität scheint den dramatischen Text des Originals eingeholt zu haben.