Die nachholende Revolution
Jürgen Habermas
Der Haupttitel deutet an, worum es Jürgen Habermas in diesem Buch vor allem geht: um die Frage, wie denn auf die Revolution in der damaligen DDR zu reagieren sei. Es versteht sieh von seihst, daß er der Euphorie von 1989/90, wonach sich die Bundesrepublik historisch als die »beste aller Welten« erwiesen habe, kritisch gegenübersteht.
Erwähnungen (1)
„Die nachholende Revolution hieß das, denn plötzlich brach in diese, auch wieder was anderes, postnationale Konstellation, die er sich so dachte, er war ja der große Verabschiedeter der Nation und des Nationalstaats. Und jedenfalls dann kamen halt wir Ossis, sage ich jetzt mal, und haben dieses schöne Projekt ihm so ein bisschen quergeschossen durch die Revolution 89.“
Alexander Cammann nennt diesen Text als Beispiel dafür, wo Habermas auch daneben lag. In seiner Schrift über die Wende 1989/90 habe Habermas die friedliche Revolution der Ostdeutschen herablassend als bloßes ‚Nachholen' des westlichen Entwicklungsstands eingeordnet. Cammann kritisiert das persönlich als jemand aus dem Osten und sieht darin Habermas' übervorsichtige Haltung gegenüber allem Nationalen im Schatten von 1945.
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