Die Lore-Ley
Heinrich Heine
Heinrich Heines berühmtes Gedicht überliefert die Sage der Loreley, einer verführerischen Frauengestalt am Rhein, die Schiffer in die tödlichen Stromschnellen lockt. Die Sage erklärt ein reales Naturphänomen – gefährliche Felsen und Strömungen – durch eine übernatürliche Geschichte, ein ätiologisches Motiv wie in vielen Kulturen und biblischen Erzählungen. Heines Vertonung prägte das Bild dieser deutschen Sage nachhaltig in der Kulturgeschichte.
Erwähnungen (1)
„Oder dieser Hügel am Rhein, wo die schöne Loreley ihre Haare gekämmt haben soll. Genau. Ja, gibt es ja so Schreinschnellen, da sind früher die Leute verunglückt und da hieß es ja, da oben muss eine Frau gesessen haben, die hat ihre Haare gekämmt, deswegen haben die alle darauf geguckt und sind unten gegen die Felsen geknallt.“
Sabine Rückert vergleicht die ätiologische Funktion der Sodom-und-Gomorra-Geschichte mit anderen Sagen, die Landschaften erklären. Sie verweist auf die Loreley-Sage am Rhein als deutsches Pendant – eine Geschichte, die gefährliche Stromschnellen durch eine verführerische Frauengestalt erklärt. Die Referenz gilt der berühmten Sage, die vor allem durch Heines Gedicht bekannt wurde.
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