Die Blendung Simsons
Rembrandt van Rijn
Rembrandts Gemälde zeigt die Blendung Simsons als drastische biblische Szene im Frankfurter Städel. Der holländische Meister wählte das Motiv nicht zufällig: Als Kalvinist durfte er keine antiken Götter malen, aber Simson passte ins religiöse Weltbild. Bemerkenswert ist die erschreckend realistische Darstellung des Augenblicks, in dem Simson geblendet wird – vom Schmerz eingekrümmte Zehen bis zum Messer im Auge.
Erwähnungen (1)
„Und jetzt kommen Sie auf das Bild, die Blendung des Simson. Da sieht man auch hinten, wie die Delilah mit den Haaren davonrennt. Die hat sie ihm selbst abgeschnitten. Und im Vordergrund, ganz schrecklich, und deswegen wurde es auch lange versteckt und nicht gezeigt, das Bild, Vordergrund der Kopf des Simson, wo gerade ihm einer mit dem Messer ins Auge reinfährt.“
Sabine Rückert beschreibt ausführlich Rembrandts Gemälde der Blendung Simsons, das im Frankfurter Städel hängt. Sie erklärt, warum Rembrandt biblische Szenen statt antiker Heldensagen malte: Als Kalvinist durfte er keinen Herkules malen, aber Simson passte ins kalvinistische Weltbild. Sie hebt hervor, wie schmerzhaft realistisch Rembrandt die Szene darstellte – bis hin zu den vor Schmerz eingekrümmten Zehen.
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