Dialektik der Aufklärung
Max Horkheimer / Theodor W. Adorno
Die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno gemeinsam verfasste »Dialektik der Aufklärung« ist der wichtigste Text der Kritischen Theorie und zugleich eines der klassischen Werke der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Philosophische Kritik, Auseinandersetzung mit dem Faschismus und die Resultate langjähriger empirischer Untersuchungen in den USA verschmelzen hier zu einer Theorie der modernen Massenkultur.
Erwähnungen (10)
„Nee, das war nur Dialektik der Aufklärung. Die negative Dialektik habe ich erst später gelesen.“
Jochen Wegner konfrontiert Thea Dorn mit einer Behauptung aus der ZEIT, sie habe als 18-Jährige die 'Negative Dialektik' auf der Terrasse gelesen. Dorn korrigiert: Es war die 'Dialektik der Aufklärung', das deutlich zugänglichere Werk – die 'Negative Dialektik' sei viel komplizierter und kam erst später.
„Odysseus muss die Sirenen passieren, das Schiff und die Crew lockt in den sicheren Untergang, aber sie dürfen den Gesang nicht hören. Und was macht Odysseus in diesem abendländischen Urmoment, wie Adorno und Horkheimer ihn da beschrieben haben? Er lässt sich an den Mast fesseln von seiner Crew, damit er zwar diesen Sirenengesang hören kann, aber er kann nicht mehr das Schiff umlenken.“
Lars Weisbrod nutzt die berühmte Odysseus-Interpretation aus der Dialektik der Aufklärung als Analogie für das Maskentragen. So wie Odysseus sich an den Mast fesseln lässt, um den Sirenen zu widerstehen, sei auch die Maske eine Form der Selbstfesselung – funktional sinnvoll, aber mit einem Preis der Entwürdigung verbunden. Ijoma Mangold steigt in die Diskussion ein und verweist auf die instrumentelle Vernunft und den bürgerlichen Kunstgenuss, die Adorno und Horkheimer in dieser Szene herausarbeiten.
„Jetzt wird es sehr philosophisch, aber das sind natürlich auch Gedanken, die man sicher auch bei Adorno und in der Dialektik der Aufklärung findet. Da heißt es dann das Allgemeine und das Besondere und da ist es dann eher die Moderne, die Aufklärung, die das irgendwie falsch auseinanderzieht.“
Lars Weisbrod verweist auf die 'Dialektik der Aufklärung', um Postones Gedanken zum falschen Widerspruch zwischen dem Abstrakten und dem Konkreten philosophiegeschichtlich einzuordnen. Bei Adorno und Horkheimer werde ein ähnliches Motiv verhandelt: die Aufklärung ziehe das Allgemeine und das Besondere falsch auseinander.
„Man könnte sagen, mit dem adornischen Vokabular, die Kulturindustrie hat auf ganzer Linie versagt. Sie hat sich wie ein Mann und eine Frau hinter Kamala Harris gestellt und nichts ausgerichtet.“
Ijoma Mangold greift Adornos Begriff der 'Kulturindustrie' auf, um die Niederlage der Demokraten bei der Trump-Wahl zu beschreiben. Die gesamte Pop- und Hochkultur habe sich hinter Kamala Harris gestellt, aber nichts bewirkt – eine ironische Wendung von Adornos These, dass die Kulturindustrie als 'Aufklärung als Massenbetrug' funktioniere.
„Also eigentlich auch ein bisschen so ein Moment Dialektik der Aufklärung.“
Ijoma Mangold zieht den Vergleich zur Dialektik der Aufklärung, um das Paradox zu beschreiben, dass ein hochgezüchteter Intellekt gerade das Irrationale schärfer in den Blick nehmen kann – eine Ergänzung zu Lars Weisbrods These über Naphta im Zauberberg.
„Die Altvorderen, die eben noch in einer anderen Weise der kritischen Theorie verhaftet waren, für die klar war, Fun ist ein Stahlbad und was da jetzt passiert auf RTL im Big Brother Container, das ist die schlimmste Vorstellung des totalitär gewordenen Kapitalismus und Neoliberalismus.“
Ijoma Mangold beschreibt den Generationenkonflikt im Feuilleton der frühen Nullerjahre: Die ältere Generation deutete Big Brother mit dem Instrumentarium der Kritischen Theorie als Kulturverfall. Das berühmte Zitat 'Fun ist ein Stahlbad' stammt aus der Dialektik der Aufklärung.
„Der andere Verweis ist, bezieht sich hier ganz genau auf Adorno und Horkheimer, du hast es schon erwähnt, nämlich auf die Dialektik der Aufklärung.“
Als philosophischer Hintergrund für Elmigers Roman identifiziert: die Aufklärung als Versuch, dem Menschen die Furcht zu nehmen, und die ständige Gefahr des Rückfalls in Barbarei.
„Oder der Adorno dann nach dem Krieg schreibt dann, alles was wir jetzt erfinden ist eine instrumentelle Vernunft, die ist immer nur dazu da, um irgendwie was effektiver zu machen, aber nicht um zu leben.“
Im Kontext der Diskussion über weltverachtende Strömungen nennt Johanna Haberer Adornos Konzept der instrumentellen Vernunft als Beispiel dafür, dass apokalyptische und gegenwartsverachtende Haltungen auch ohne religiösen Bezug existieren.
„Es gibt auch Adorno, die Dialektik der Aufklärung, das ist so ein berühmtes Schlagwort dazu. Und ich habe das jetzt auf das Privatrecht gemünzt und habe gesagt, das Privatrecht, wie wir es heute diskutieren, also das Recht des Vertrags und des Eigentums und wir reden über Freiheit, wir reden über Aufklärung, wir reden über Autonomie, aber diese Schattenseite ist immer mit dabei.“
Marietta Auer erklärt die Grundthese ihrer Habilitationsschrift und verweist auf Adornos und Horkheimers 'Dialektik der Aufklärung' als philosophischen Bezugspunkt. Sie nutzt das Konzept, um zu zeigen, dass die Moderne zwei Seiten hat: das Gute der Aufklärung und ihre Schattenseite, die sie auf das Privatrecht anwendet – Freiheit und Autonomie erzeugen systematisch auch Ungleichheit und Härte.
„Es gibt ganz am Anfang ein Motto, dem das Ganze vorangestellt wird, ein berühmtes von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno: Der Listige überlebt nur um den Preis seines eigenen Traums, den er abdingt, indem er wie die Gewalten draußen sich selbst entzaubert.“
Soboczynski zitiert das Motto, das dem Roman 'Sandit' vorangestellt ist, um dessen geschichtsdialektische Tiefe zu belegen. Das Zitat stammt aus der 'Dialektik der Aufklärung' und soll zeigen, dass der Roman von einem größeren mentalitätsgeschichtlichen Zusammenhang handelt: Die ostdeutsche Gesellschaft hat zwar die Revolution von 1989 geschafft, dabei aber ihre Träume und Seele verkauft.
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