Buch

Der Zauberberg

Thomas Mann

Der Zauberberg Thomas Mann - Geplant als Novelle, als heiteres Gegenstück zum Tod in Venedig, entstand mit dem Zauberberg einer der großen Romane der klassischen Moderne. Ein kurzer Besuch in einem Davoser Sanatorium wird für den Protagonisten Hans Castorp zu einem siebenjährigen Aufenthalt, der Kurort wird zur Bühne für die europäische Befindlichkeit vor dem Ersten Weltkrieg.

Der Zauberberg

Erwähnungen (19)

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:27:52
„Ich schreibe über meine Breakdowns und natürlich kann man sich fragen, gab es das nicht schon immer, weil man muss ja sofort an die Lungenkliniken, den Zauberberg und also ja, ich denke, das ist.“

Nina Pauer ordnet das Genre der Bücher aus Kliniken und Retreats historisch ein und verweist auf Thomas Manns 'Zauberberg' als Urtyp des Sanatoriumsromans, um zu zeigen, dass dieses literarische Motiv eine lange Tradition hat.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:55:47
„Die Zauberbergenatur, oder? Diese tolle Naturbeschreibung, da musste ich immer an Atlantikwellen denken. Also die Indifferenz der Natur vor dem kleinen Menschlein, der niedergerungen wird durch Schneemassen oder Wellen. Und das interessiert keinen.“

Nina Pauer zieht eine Verbindung zwischen Thomas Manns Naturbeschreibungen im Zauberberg und der Gewalt der Nordsee auf Sylt. Die Indifferenz der Natur gegenüber dem Menschen – bei Mann durch Schneemassen, auf Sylt durch Atlantikwellen – wird als zeitlose Metapher für die menschliche Ohnmacht genutzt.

Alles gesagt?
🗣 Ricarda Lang referenziert bei ⏱ 04:01:17
„Mein Zeit der Reife ist auf jeden Fall der Zauberberg. Ich glaube, ich habe den Zauberberg bestimmt schon... ich habe eben bestimmt viermal angefangen. Und ich komme immer bis zur gleichen Stelle.“

Ricarda Lang erzählt humorvoll, dass sie den Zauberberg viermal begonnen aber nie zu Ende gelesen hat, und gesteht eine peinliche Stipendiums-Anekdote

Alles gesagt?
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:52:36
„Zauberberg oder Faustus? Faustus. Mann oder Musil? Mann oder Musil? Mann. Mann oder Brecht?“

Im A-oder-B-Spiel stellt Wegner die Frage 'Zauberberg oder Faustus?' – zwei Hauptwerke von Thomas Mann. Baum entscheidet sich für Doktor Faustus. Die Erwähnung dient als literarische Geschmacksfrage, um Baums kulturelle Präferenzen auszuloten.

Alles gesagt?
🗣 Ferdinand von Schirach referenziert bei ⏱ 00:11:19
„Und dann hatte ich noch in den Nebenfächern Deutsch. Und das war auch sehr gut. Da war Thomas Mann, Zauberwerk.“

Ferdinand von Schirach erzählt von seinem Abitur am Jesuiteninternat St. Blasien. Im Leistungskurs Deutsch behandelte er Thomas Manns 'Zauberberg' – er sagt 'Zauberwerk', meint aber offensichtlich den Roman. Es war eines seiner besten Fächer, im Gegensatz zu Biologie.

Alles gesagt?
🗣 Christine Westermann referenziert bei ⏱ 04:12:07
„Also auch den Zauberberg jetzt lesen wollen für das letzte Buch, das hat ja schon auch eine Idee mit sozialer Scham zu tun.“

Christine Westermann gesteht, dass sie sich mit Thomas Mann schwer tut und der Wunsch, den Zauberberg zu lesen, auch mit sozialer Scham zusammenhängt.

Alles gesagt?
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:12:06
„Der ADAC Reiseatlas oder der Zauberberg? Jetzt bin ich sehr gespannt. Ich auch, der ADAC Reiseatlas.“

Im A-oder-B-Spiel stellt Jochen Wegner die bewusst absurde Wahl zwischen dem ADAC Reiseatlas und Thomas Manns 'Der Zauberberg'. Zur allgemeinen Belustigung wählt Christine Westermann den Reiseatlas – Jochen kommentiert: 'Ich wusste es.'

Was liest du gerade?
🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:22:34
„Man erinnert sich ganz spontan natürlich an Thomas Manns Zauberberg, das ist völlig klar, nicht an diese geschlossene Welt. Es gibt auch sehr viel Schnee drumherum. Es hat auch ein bisschen Anklänge daran, auch in inhaltlicher Ebene.“

Adam Soboczynski zieht den Zauberberg als literarische Referenz für Kaletas Heilung heran. Beide Romane spielen in einer geschlossenen Bergwelt, in der Gesundheit und Krankheit verhandelt werden, und beide thematisieren einen Zeitenumbruch. Er betont, dass die Anklänge bewusst gesetzt seien.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:57:59
„Genau, es ist so eine Art Zauberbergerzählung in Gegenwart. Also er wird da hingeschickt und er wehrt sich die ganze Zeit und sagt, wie doof das eigentlich alles ist.“

Nina Pauer zieht den Vergleich zwischen dem Roman 'Heilung' und Thomas Manns 'Zauberberg', weil beide von einem Protagonisten handeln, der in eine abgeschiedene Heilanstalt geschickt wird. Die Parallele liegt in der Kur- und Sanatoriumssituation – bei Kaleyta ein luxuriöses Spa-Resort in den Alpen, bei Mann das Sanatorium in Davos.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:36:33
„Ich kann sie eigentlich nur mit einer anderen Leseerinnerung vergleichen, nämlich dem Zauberberg, für den ich länger gebraucht habe als Dune, aber trotzdem, beides sind so Leseerfahrungen, an die ich gern zurückdenke.“

Lars Weisbrod vergleicht sein Dune-Leseerlebnis mit dem Zauberberg von Thomas Mann – beide seien intensive, zeitaufwändige Lektüren, an die er nostalgisch zurückdenke. Der Vergleich dient ihm dazu, Dune als literarisch anspruchsvoll zu legitimieren.

Fest & Flauschig
🗣 Olli Schulz referenziert bei ⏱ 00:13:25
„Dieses Jahr wäre der Zauberberg von Thomas Mann, wird 100 Jahre alt. Und was hat Heinz Strunk gemacht? Er hat der Zauberberg 2 geschrieben.“

Olli Schulz erzählt von einem Treffen mit Heinz Strunk bei einem Nick-Cave-Konzert in Hamburg. Im Zusammenhang mit Strunks neuem Buch erwähnt er Thomas Manns Originalroman als Referenzwerk, dessen 100-jähriges Jubiläum den Anlass für Strunks Sequel liefert.

Was liest du gerade?
🗣 Adam Soboczynski empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:38:51
„100 Jahre Zauberberg von Thomas Mann. Das ist natürlich einer der ganz großen, gigantischen Romane in deutscher Sprache.“

Klassiker von Thomas Mann, der anlässlich seines 100-jährigen Jubiläums ausführlich besprochen wird. Der Roman über Hans Castorp im Schweizer Sanatorium wird auf seine Aktualität hin untersucht.

Was liest du gerade?
🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:18:37
„Das wird, da kann ich fast schon sowas vorwegnehmen, was bei uns jetzt noch kommt im Podcast, das wird für ihn so eine Art Zauberberg. Weil er ja da ganz abgelöst von der sonstigen Welt, von seinem Alltag in der Natur ist, bei der alten Mutter ist. Und das ist so eine Art Heilanstalt.“

Iris Radisch vergleicht Meyerhoffs Aufenthalt bei seiner Mutter an der Ostsee mit Thomas Manns 'Zauberberg' – abgeschieden von der Welt, in einer Art Heilanstalt mit ritualisierten Abläufen wie Whisky zur festen Stunde, Meerbädern und Fußmassagen.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:16:44
„Könnte man ja einmal sagen, naja, das ist der Unterschied zwischen Zauberberg, das ist doch gerade 100 Jahre alt geworden, zwischen Settembrini und Nafta. Settembrini ist irgendwie links auf der Seite der Rationalität und der Vernunft und Nafta ist rechts.“

Lars Weisbrod nutzt Thomas Manns Roman als Metapher für den Unterschied zwischen linker Rationalität und rechter Irrationalität. Er vergleicht die Figuren Settembrini und Naphta mit dem politischen Links-Rechts-Schema, um seine These über die Hexenbegeisterung als linken Versuch der Aneignung des Irrationalen zu untermauern.

Was liest du gerade?
🗣 Alexander Cammann referenziert bei ⏱ 00:36:25
„Also wer ihn nochmal von einer anderen Seite kennenlernen will, eben nicht auf – indem er die großen Romane alle nochmal liest, was man natürlich sowieso immer empfehlen kann, nochmal den Zauberberg zu lesen oder die Buddenbrocks zu lesen.“

Alexander Cammann erwähnt den Zauberberg als einen der großen Romane Thomas Manns, deren erneute Lektüre er grundsätzlich empfiehlt. Er nutzt ihn als Kontrastfolie: Wer Mann nicht über die großen Romane, sondern über sein Denken und seine Herkunft kennenlernen wolle, solle zum Essay 'Lübeck als geistige Lebensform' greifen.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:05:53
„Naja, das wichtige Gespräch zwischen Claudia und Hans. Im Zauberberg ist auch Französisch. Als ich den Zauberberg gelesen habe, ohne Übersetzung. Ich bin dann in die Bibliothek gelaufen, um ein Buch zu finden, wo das übersetzt war, weil ich es nicht verstanden habe.“

Lars Weisbrod ergänzt das Gespräch über Sprachwechsel in der Literatur mit einer persönlichen Leseerfahrung: Das berühmte Gespräch zwischen Claudia Chauchat und Hans Castorp im Zauberberg ist auf Französisch gehalten, und er musste als junger Leser extra eine Übersetzung in der Bibliothek suchen.

Was liest du gerade?
🗣 Alexander Cammann referenziert bei ⏱ 00:10:39
„Ich habe jetzt vor allen Dingen auch noch mal gedacht an Arno Geiger. Nein, warte – wir haben ja hier im Podcast auch schon den Zauberberg gemacht, weil der ja auch 100. Jubiläum hat, wie der große Gatsby auch.“

Alexander Cammann vergleicht den Großen Gatsby mit dem Zauberberg, der ebenfalls 1925 erschien. Beide Romane zeigen Gesellschaft im Umbruch, aber aus völlig unterschiedlichen Perspektiven: der amerikanische Roman mit seiner sozialen Mobilität und Oberflächlichkeit versus das steife, ideologisch gefestigte alte Europa. Der Vergleich verdeutlicht den Unterschied zwischen Amerika und dem alten Europa.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:26:17
„Welches Kunstwerk der letzten 25 Jahre wird auch noch die nächsten 25 überdauern? Sag jetzt nicht der Zauberberg oder der Ring der Nibelungen oder so, sondern welches Kunstwerk der letzten 25 Jahre wird auch noch die nächsten 25 überdauern?“

Weisbrod erwähnt den Zauberberg als Beispiel für ein kanonisches Werk, das man bei seiner Frage nach bleibenden Kunstwerken gerade nicht nennen soll – er sucht nach Werken der letzten 25 Jahre, nicht nach etablierten Klassikern.

Alles gesagt?
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:19:22
„Ich muss ein Referat halten, soll mir ein Buch aussuchen, weiß ich noch ganz genau, so, ja, hat er einen Tipp für mich gehabt. Zauberberg.“

Wegner wirft scherzhaft 'Zauberberg' als Vermutung ein, als Fitzek erzählt, sein strenger Germanisten-Vater habe ihm ein Buch für ein Schulreferat empfohlen. Die tatsächliche Empfehlung des Vaters war dann 'Berlin Alexanderplatz' – beide Vorschläge illustrieren die anspruchsvollen literarischen Maßstäbe des Vaters.

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