Der Turm
Uwe Tellkamp
Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Anne und Richard Hoffmann stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man sich vor den Zumutungen des Systems in die Dresdner Nostalgie flüchten? Oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren.
Erwähnungen (4)
„Es gibt ja einen fantastischen Roman über dieses Milieu, der Turm von Uwe Tellkamp. Und Uwe Tellkamp ist vielleicht auch eine Überleitung zu meiner nächsten Frage, denn der ist ja im Laufe der letzten Jahre auch politisch immer weiter nach rechts gerutscht oder gegangen.“
Christoph Amend bringt Uwe Tellkamps Roman 'Der Turm' als literarisches Zeugnis für das Dresdner Bildungsbürgertum ins Gespräch, das de Maizière zuvor als 'Revolutionsadel' beschrieben hat. Der Roman dient als Überleitung zur Frage nach Pegida, da Tellkamp selbst politisch nach rechts gerückt ist.
„Also es ist ja zum einen so, diese Beschreibung dieser tiefen Bürgerlichkeit, die sich da trotzdem in der DDR erhalten hat, das ist irgendwie was, was einen auch so an bestimmte Motive im Turm von Tellkamp erinnert.“
Der Moderator zieht eine Parallele zwischen Schulzes Darstellung des Dresdner Bürgertums und Tellkamps Roman Der Turm. Schulze selbst sagt später, sein Buch sei auch eine Antwort auf den Turm – strukturell anders, weil es bewusst keine Eindeutigkeit liefere.
„Es gab auch sehr viel Aufmerksamkeit, als Uwe Tellkamp den Preis bekam, weil der so eine sächsische Winzermütze... trug.“
Historischer Vergleich zur Buchpreisverleihung, Tellkamps Preisverleihung als früheres mediales Ereignis
„Was mir da im Übrigen eingefallen ist, ist das frühe, aber gleichzeitig extrem erfolgreiche Buch von Uwe Tellkamp, Der Turm, da beschreibt er ja, dieser Schriftsteller, der diesen Sensationserfolg hatte, wie in der DDR das Bürgertum überlebt hat und eigentlich im Prinzip umso stilsicherer das konserviert hat, die Verhaltenscodes, obwohl es eigentlich keine Funktion mehr hatte gesellschaftlich.“
Beim Rätselraten über das Zitat der Woche fällt Adam Soboczynski Uwe Tellkamps Roman ein, weil dieser ein ähnliches Phänomen beschreibt: ein Bürgertum, das trotz gesellschaftlicher Deklassierung in der DDR seine sozialen Codes umso strikter bewahrte. Die Parallele zum Zitat über symbolisches Kapital bei verlorener ökonomischer Grundlage ist der Anlass der Erwähnung.
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