Der Morgenstern
Karl Ove Knausgård
Es ist Sommer in Norwegen. Eigentlich eine beschauliche, sonnengetränkte Zeit. Doch nun scheint etwas aus den Fugen geraten zu sein. Krabben spazieren an Land, Ratten tauchen an überraschenden Stellen auf, eine Katze kommt unter seltsamen Umständen ums Leben. Kurzum: Die Tiere verhalten sich wider ihre Natur.
Erwähnungen (10)
„Ich habe kürzlich ein Buch gelesen, das von einem sehr bekannten skandinavischen, also norwegischen Schriftsteller geschrieben worden ist. Der heißt Karl-Owe Knausgaard. Und der hat jetzt ein neues Buch geschrieben, das heißt Der Morgenstern. Und es handelt von der Apokalypse.“
Sabine Rückert stellt Knausgårds Roman 'Der Morgenstern' ausführlich vor, der von einer modernen Apokalypse handelt. Sie liest mehrere lange Passagen daraus vor, darunter eine Spinnen-Betrachtung und eine zentrale Passage über Kierkegaard, Stille und das Reich Gottes. Rückert zieht Parallelen zwischen Knausgårds mystischer Weltsicht und der Elia-Geschichte — das Losreißen von allem Irdischen, die prophetische Einsamkeit und die Erwartung der Apokalypse verbinden beide Texte.
„Und aus dem Buch »Der Morgenstern«, Das kürzlich erschienen ist ein hochmystisches Werk über den langsam sich einstellenden Untergang der Welt.“
Sabine Rückert liest eine lange Passage aus dem apokalyptischen Roman vor, in der eine Figur eine mystische Erfahrung in einer Kirche und im Wald macht
„Ich habe auch was mitgebracht von einem Mystiker, der sehr, sehr neu ist. Das Buch ist erst dieses Jahr erschienen und da geht es ganz anders herum, als du es gerade beschrieben hast. Es findet hier keine Abkehr von der Kirche statt, sondern ein Atheist geht in die Kirche und erlebt etwas sehr Eigenartiges.“
Sabine Rückert liest eine lange Passage aus Knausgårds apokalyptischem Roman vor, in dem ein atheistischer Mann eine Dorfkirche besucht und danach im Wald eine Art mystisches Erlebnis hat. Sie stellt das Buch als modernen Gegenentwurf zu Tolstois Kirchenkritik vor – hier führt der Weg nicht weg von der Kirche, sondern ein Ungläubiger wird von einer unerklärlichen Gotteserfahrung erfasst.
„Und der Knausgat beschreibt zu einem Nephilim. Er ist fasziniert von diesen Riesen, von diesen ungebärdigen Riesen, die alles fressen, was sie finden und beschreibt den Nephilim.“
Aus dem Buch wird ausführlich eine Passage über die Nephilim vorgelesen, die als gefallene Engel bzw. deren Nachkommen gedeutet werden
„Der Morgenstern, du hast einen davon. Den ersten habe ich dann mal für die Zeit besprochen.“
Wird als erster Band der Romanserie erwähnt, zu der auch Das dritte Königreich gehört
„Das Buch heißt Das dritte Königreich, ist bei Luchterhand erschienen von Paul Berf übersetzt und es ist aus einer ganzen Serie an Romanen, an der er arbeitet. Der Morgenstern, du hast einen davon.“
Der Morgenstern wird als erster Band der Romanreihe erwähnt, zu der auch 'Das dritte Königreich' gehört. Iris Radisch hat diesen ersten Band für die Zeit besprochen und beschreibt die Serie als packend, mit Cliffhangern und Mystery-Elementen aus vielen Perspektiven erzählt.
„Damit beschäftigt sich ja Knausgat in seinem Buch Der Morgenstern und in seiner Fortsetzung Das Dritte Königreich, was ich hier auch noch ans Herz legen will, dass eben die Apokalypse so langsam kommt, dass sie erst gar nicht wahrgenommen wird und dann eben doch wahrgenommen wird.“
Im Gespräch über die Apokalypse und wie Menschen drohende Katastrophen zunächst ignorieren, empfiehlt Sabine Rückert Knausgårds Roman. Das Buch behandle genau dieses Phänomen: eine schleichend herannahende Apokalypse, die erst nicht wahrgenommen wird. Sie kündigt an, daraus vorzulesen, wenn der Podcast bei der biblischen Offenbarung des Johannes angelangt ist.
„Ich bin ja Fan von Karl-Obe-Knausgart. Und da habe ich aus dem Buch der Morgenstern, über das wir hier schon gesprochen haben, wo also die Zerstörung der Welt ganz leise beginnt und der Untergang der Welt mit vielen Horrorelementen und Hexenwerk beginnt. Da gibt es ja auch immer wieder so theologische Betrachtungen.“
Sabine Rückert liest eine längere Passage aus Knausgårds Roman 'Der Morgenstern' vor, in der Jesus als Eigenbrötler beschrieben wird und seine Lehre mit Nietzsches Philosophie kontrastiert wird. Die Stelle passt thematisch zum Einzug in Jerusalem, weil sie die paradoxe Macht Jesu beleuchtet.
„Bei Knausgat in der aktuellen Trilogie ist ein neuer Stern am Himmel und alles geht anders. Und die Toten, was weiß ich, kommen wieder hoch.“
Cammann nennt Knausgårds aktuelle Trilogie als weiteres Beispiel für die internationale Otherworld-Mode in der Literatur. Ein neuer Stern erscheint am Himmel und die gewohnte Ordnung bricht zusammen – auch hier wird die reale Welt durch ein fantastisches Element aufgebrochen, ähnlich wie bei Kracht.
„Wir haben ja schon über den Morgenstern gesprochen von Karl-Owe Knausgart. Eines der Horrorelemente seiner beiden Romane, der Morgenstern und das Dritte Königreich, dass die Menschen nicht mehr sterben können. Und der Bestatter sitzt da und hat keine Aufträge mehr.“
Sabine Rückert zieht eine Verbindung zwischen der apokalyptischen Bibelstelle, in der die Menschen den Tod suchen und nicht finden, und Karl Ove Knausgårds Roman 'Der Morgenstern', in dem ebenfalls die Menschen nicht mehr sterben können. Der Roman wurde bereits in früheren Episoden besprochen.
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