Der König David Bericht
Stefan Heym
Eine Parabel auf den Konflikt zwischen Intellektuellen und Machthabern in allen Zeiten Salomo, jüngster Sohn und Nachfolger König Davids beruft eine Kommission ein: Sie soll einen Bericht über Leben und Taten Davids verfassen, der die göttliche Erwähltheit Davids und damit auch die Legitimation von Salomos Herrschaft bestätigen soll.
Erwähnungen (7)
„Es gibt ein wunderbares Buch von Stefan Heim, das heißt Der König David Bericht. Dieses Buch ist ein Roman und der erzählt von einem Geschichtsschreiber, der zur Zeit des Königs Salomo, also eine Generation nach David, lebt und der jetzt von Salomo beauftragt wird, die Geschichte des Königs David aufzuschreiben.“
Sabine Rückert stellt den Roman ausführlich vor und liest lange Passagen daraus vor, um zu zeigen, wie Stefan Heym die biblische David-Geschichte literarisch verarbeitet. Heym, selbst Jude und in der DDR lebend, erzählt darin von einem Geschichtsschreiber namens Ethan, der unter totalitären Bedingungen die wahre Geschichte Davids aufschreiben muss, sie aber verklausulieren und verschönern muss. Das Buch ist das zentrale literarische Werk dieser Folge und wird über viele Seiten hinweg zitiert.
„Du hast ja schon mal aus dem Buch König David Bericht von Stefan Heim vorgelesen und da wird genau diese Frage gestellt“
Das Buch wird als literarische Parallele herangezogen, um die Frage zu beleuchten, wie unter Bedingungen der Diktatur Wahrheit geschrieben werden kann – bezogen auf die biblische Davidgeschichte
„Also unser König David Bericht, der diese Geschichte, der Roman von Stefan Heim, der König David Bericht, der zeigt sie ja dann in der Psychiatrie. Aber die Szene ist Tamar, die Frau, die Opfer von allen Männern da ist.“
Johanna Haberer verweist auf Stefan Heyms Roman, der die biblische David-Geschichte literarisch verarbeitet. Im Roman wird Tamar in der Psychiatrie gezeigt — Haberer kontrastiert dies mit dem biblischen Text, in dem Tamar aktiv auf die Straße geht und das Verbrechen öffentlich macht.
„Ich habe auch einen kleinen Beitrag von einem jüdischen Autor, der heißt Stefan Haim. Über den haben wir ja schon gesprochen. Und ich habe auch schon ein bisschen was aus dessen Roman, der König-David-Bericht, vorgelesen. Das ist ein wunderbares Buch“
Sabine empfiehlt den Roman ausdrücklich und liest eine lange Passage daraus vor, in der ein Historiker unter Salomo die offizielle Geschichtsschreibung über David verfassen soll – eine Parabel auf die DDR
„Dann gibt es Josaphat, der Sohn des Ahilut, den haben wir schon letztes Mal mitgekriegt aus dem Buch »Der König David«-Bericht von Stefan Heim. Da erweckt er den ja auch zum Leben und lässt ihn da reden.“
Bei der Aufzählung der Ämter unter König Salomo erkennt Sabine Rückert die Figur Josaphat wieder, die auch in Stefan Heyms historischem Roman vorkommt. Das Buch wurde offenbar in einer früheren Folge ausführlicher besprochen und dient hier als wiederkehrende Referenz für die literarische Verarbeitung der biblischen Königsgeschichten.
„Haben wir nicht schon darüber gesprochen, dass im König David Bericht. Das haben wir schon durchgenommen. Aber das ist auch eine Allegorie auf die Diktatur des Sozialismus.“
Johanna Haberer erwähnt Stefan Heyms Roman als Beispiel dafür, dass allegorisches Sprechen – wie bei den biblischen Gleichnissen – auch in modernen Diktaturen als Widerstandsrede genutzt wird. Das Buch wurde bereits in einer früheren Folge über König David ausführlich besprochen und wird hier als Rückverweis auf die Funktion von Allegorien unter politischem Druck herangezogen.
„Das hat ja den Stefan Heym dazu gebracht, in der damaligen DDR den König-Davids-Bericht zu schreiben. Das ist ein Roman, wo er sich Gedanken darüber macht, wie man unter den Bedingungen der Diktatur die Wahrheit schreibt.“
Johanna Haberer zieht eine Parallele von der biblischen David-Geschichte zur Literatur der DDR. Stefan Heyms Roman nutzt die alttestamentliche Erzählung als Folie, um über Wahrheit und Macht unter diktatorischen Bedingungen zu reflektieren. Haberer sieht darin ein Muster für die spirituelle Dimension des Journalismus – den Mut, der Macht zu widersprechen.
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