Der kaukasische Kreidekreis
Bertolt Brecht
Bertolt Brechts Drama "Der kaukasische Kreidekreis" (1944) erzählt von der Küchenmagd Grusche, die ein verlassenes Kind aufzieht und sich anschließend in einem Sorgerechtsstreit gegen die biologische Mutter behauptet. Der Richter Azdak entscheidet die Sache durch die unkonventionelle Kreidekreisprobe, die wahre Mutterliebe zur Bedingung für das Erziehungsrecht macht. Damit kritisiert das Stück die Widersprüche des Rechtssystems und stellt aufrichtige menschliche Fürsorge über formale gesellschaftliche Hierarchien.
Erwähnungen (3)
„Ist auch ganz oft gemalt worden von großen Künstlern. Oder von Bert Brecht auch. Der Kreidekreis. Geht es da auch nicht um die beiden Frauen, die sich um das Kind streiten?“
Am Ende der Episode wird das Motiv des salomonischen Urteils – zwei Frauen streiten um ein Kind – mit Brechts Kreidekreis in Verbindung gebracht. Johanna Haberer identifiziert das Stück namentlich, die Sprecherinnen sind sich aber nicht ganz sicher über die genaue Handlung und nehmen sich vor, es bis zur nächsten Folge nachzuschlagen.
„Und du hast letztens behauptet, dass auch Berthold Brecht dieses Thema aufgegriffen habe in seinem Theaterstück Der kaukasische Kreidekreis. Stimmt das jetzt? Du wolltest ja nachschauen.“
Im Gespräch über das salomonische Urteil – zwei Frauen streiten um ein Kind – zieht Sabine Rückert die Parallele zu Brechts Theaterstück. Dort entscheidet ein Richter ebenfalls über die wahre Mutterschaft, kommt aber zum umgekehrten Schluss: Die Magd, die das Kind aufgezogen hat, erhält es zugesprochen, weil sie im Sinne des Kindes handelt. Die Schwestern diskutieren, dass die soziale Mutter die bessere sein kann.
„Also als wir Bertolt Brechts kaukasischen Kreidekreis gemacht haben, hatte ich so Ideen, wie das aussieht auf der Bühne. Und er hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich wusste, wie das aussieht.“
Cornelia Funke erzählt von ihrem Deutschlehrer Herrn von Hoff, der als Erster erkannte, dass sie Geschichten visuell-theatralisch denkt. Bei der Behandlung von Brechts Kaukasischem Kreidekreis im Unterricht hatte Funke konkrete Vorstellungen davon, wie das Stück auf der Bühne aussehen müsste – ein früher Hinweis auf ihr späteres Talent als Geschichtenerzählerin.
Ähnliche Medien
Die Dreigroschenoper
Bertolt Brecht
Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht aus dem Jahr 1928 ist ein Theaterstück, das im viktorianischen London spielt und einen erbitterten Konkurrenzkampf zwischen dem Verbrecherbosse Mackie Messer und dem Bettlermafia-Boss Jonathan Peachum darstellt. Der Konflikt eskaliert, als Mackie heimlich Peachums Tochter Polly heiratet, worauf Peachum plant, Mackie auszuliefern. Nach mehreren Verhaftungen und Fluchtversuchen wird Mackie schließlich zum Tode verurteilt, erhält aber in letzter Minute ein königliches Begnadigungsschreiben und wird sogar in den Adelsstand erhoben. Das Drama verbindet episches Theater mit 21 Liedern von Kurt Weill und kritisiert durch die Kriminalgeschichte die sozialen Verhältnisse der Zeit.
Der gute Mensch von Sezuan
Bertolt Brecht
Brechts Theaterstück wird als Beispiel dafür angeführt, dass demokratisches Engagement nicht aus Altruismus entspringt, sondern aus wohlverstandenem Eigeninteresse. Die Anspielung zeigt: Wenn die Demokratie funktioniert, hat der Einzelne ein gutes Leben – ein rationaler Grund für Engagement jenseits von Selbstlosigkeit.
Der Rundfunk als Kommunikationsapparat
Bertolt Brecht
Als Radiotheorie bezeichnet man eine auf das Medium Rundfunk, insbesondere den Hörfunk, spezialisierte Medientheorie. Bekannte Radiotheorien wurden verfasst von Bertolt Brecht, Rudolf Arnheim, Walter Benjamin, Gerd Eckert, E. Kurt Fischer und Wolfgang Hagen.
Geschichten vom Herrn Keuner
Bertolt Brecht
Bertolt Brechts Sammlung philosophischer Anekdoten und Dialoge, in denen der fiktive Charakter Herr Keuner Fragen des Lebens erörtert. Der ausgewählte Dialog behandelt das biblische Bilderverbot und zeigt die Gefahr auf, sich ein fertiges Bild von Menschen oder Dingen zu machen – dadurch versteht man sie nicht mehr wirklich. Brechts provokante These: Nicht der Entwurf sollte dem Menschen ähnlich werden, sondern der Mensch sich dem Entwurf anpassen – eine subtile Kritik am dogmatischen Denken.