Der Junge muss an die frische Luft
Hape Kerkeling
»Was, um Himmels willen, hat mich bloß ins gleißende Scheinwerferlicht getrieben, mitten unter die Showwölfe? Eigentlich bin ich doch mehr der gemütliche, tapsige Typ und überhaupt keine Rampensau. Warum wollte ich also bereits im zarten Kindesalter mit aller Macht "berühmt werden"? Und wieso hat das dann tatsächlich geklappt? Nun, vielleicht einfach deshalb, weil ich es meiner Oma als sechsjähriger Knirps genau so versprechen musste ...« Hape Kerkeling, der mit seinem Pilgerbericht »Ich bin dan...
Erwähnungen (5)
„Nein, aber er hat ja zum Beispiel dieses Jakobsweg-Ding, dieses Buch, also diese Selbstöffnung und danach auch nochmal das Autobiografische. Das war schon auch schlau und ich glaube, dass er dann am Ende gedacht hat, ja, neben der ganzen Arbeit möchte ich mal, dass die Leute wissen, wer ich bin.“
Nach der Erwähnung des Jakobsweg-Buchs verweist Böhmermann auf Kerkelings autobiografisches Werk als zweiten Schritt der persönlichen Öffnung. Er sieht darin eine bewusste Strategie, dem Publikum den Menschen hinter dem Entertainer näherzubringen.
„Ganz tief berührt hat mich sein zweites Buch. Der Junge muss an die frische Luft. Darin verarbeitet er den Verlust, den Suizid seiner Mutter.“
Matze beschreibt in der Vorstellung des Gastes, wie sehr ihn dieses Buch emotional berührt hat
„Was ich so bewegend fand an dem Buch und an diesen Kapiteln, die du in dem Buch dann dieser Zeit in deinem Leben gewidmet hast, ist, dass du wirklich diese Situation dieses Abends beschreibst. Deine Mutter sagt zu dir, heute kannst du mal so lange fernsehen, wie du willst und legt sich ins Bett.“
Christoph Amend spricht Kerkelings autobiografisches Buch über seine Kindheit an, insbesondere die erschütternden Kapitel über den Suizid seiner Mutter. Kerkeling erzählt, dass er eigentlich eine 'schillernde Show-Autobiografie' schreiben wollte, dann aber merkte, dass er erst seine Kindheitsgeschichte aufarbeiten musste. Nach 400 Seiten war er erst neun Jahre alt – und erkannte, dass dies seine eigentliche Autobiografie war.
„ich hätte beispielsweise das Buch Der Junge muss an die frische Luft über den Suizid meiner Mutter nie geschrieben“
Kerkeling erklärt, dass Sonja Kraus' öffentliches Sprechen über den Suizid ihres Vaters ihn inspiriert hat, dieses Buch zu schreiben
„Ich meine, der Junge muss an die frische Luft. Ich möchte nicht mehr sein, was andere in mir sehen. Hast du das geschrieben? Was war das, was andere in dir gesehen haben, was du nicht mehr sein wolltest?“
Matze Hielscher zitiert den Titel und einen zentralen Satz aus Kerkelings autobiografischem Buch, in dem dieser über den Suizid seiner Mutter und seine Kindheit schreibt. Später im Gespräch wird deutlich, dass das Buch Kerkeling half, die Beziehung zu seiner verstorbenen Mutter zu 'heilen' und dass er es nur schrieb, weil Sonja Kraus ihn durch ihren eigenen öffentlichen Umgang mit dem Suizid ihres Vaters inspirierte.
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