Der Blinde
Bertolt Brecht
Der von Bertolt Brecht 1926 geprägte Begriff episches Theater verbindet zwei literarische Gattungen, das Drama und die Epik, also theatralische und erzählende Formen der Literatur. In den 1920er-Jahren hatten Bertolt Brecht und Erwin Piscator begonnen, mit neuen Formen des Theaters zu experimentieren. Sie wollten weg von der Darstellung tragischer Einzelschicksale, weg von der klassischen Illusionsbühne und ihrer Scheinrealität.
Erwähnungen (2)
„Lass mich kurz noch Bert Brecht zitieren. Der Bert Brecht sagt in der Kurzgeschichte der Blinde“
Johanna Haberer zitiert Brechts Kurzgeschichte über einen Mann, der erblindet und Gott nicht verzeihen will, als Gegenposition zur Hiob-Figur
„Der Bert Brecht sagt in der Kurzgeschichte der Blinde, da erzählt er, ein einfacher Mann lebte 30 Jahre lang gut und ohne Ausschweifung und wird von einem zum anderen Tag blind. Er gerät in die soziale Isolation. Als er in eine Blindenanstalt eingeliefert werden soll, begeht er Selbstmord. Denn, sagt er, dort werden wir versucht, Gott zu verzeihen.“
Johanna Haberer zitiert Brechts Kurzgeschichte als Gegenposition zu Hiobs Einlenken. Der blinde Mann weigert sich, sein Schicksal demütig zu ertragen, und begeht Selbstmord statt Gott zu verzeihen. Haberer nutzt die Geschichte, um die Frage zu schärfen, ob Hiobs Reaktion auf Gottes Rede Unterwerfung oder echte Einsicht darstellt.
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