David
Michelangelo
Die Autorin Kim de l'Horizon zieht in ihrem Werk Blutbuch eine Parallele zwischen klassischer Literatursprache und Michelangelos David-Skulptur: Beide repräsentieren ihrer Ansicht nach eine dominante, männlich-weiße Ästhetik, die sie als normativ und exklusiv kritisiert. Der Text hinterfragt damit grundsätzlich die Sprachnormen klassischer Literatur als hegemoniales Konzept.
Erwähnungen (2)
„Mir kam, schreibt Kim Lorison, mir kam die Sprache der Klassiker immer wie Michelangelos Marmordavid vor. Viel zu smooth, zu groß, zu männlich und viel zu weiß waren diese Davids immer.“
Mangold zitiert eine Passage aus Blutbuch, in der Kim de l'Horizon die Sprache der literarischen Klassiker mit Michelangelos David-Skulptur vergleicht — beide seien 'zu smooth, zu groß, zu männlich und zu weiß'. Mangold merkt an, dass die Bemerkung, Marmor sei 'zu weiß', eine sei, die man mit einer selbstreflexiven Fußnote hätte versehen können.
„Es wächst sich später aus zu einem Klima, in dem in einem kunsthistorischen Seminar nicht der Penis von Michelangelo's David gezeigt werden darf. Zumindest nicht ohne Vorwarnung.“
Andreas Sentker nutzt die Skulptur als Beispiel für die Auswüchse der Trigger-Warning-Kultur an amerikanischen Universitäten. Die Tatsache, dass selbst ein Renaissance-Meisterwerk als potenziell verstörend eingestuft werden konnte, illustriert für ihn, wie weit sich das Klima an den Hochschulen von der ursprünglichen Debatte um sexuelle Übergriffe entfernt hat.
Ähnliche Medien
David (Skulptur)
Michelangelo
Eine Schulleiterin in Florida verliert ihren Job, nachdem sie Schülern Michelangelos David ohne vorherige Elternbenachrichtigung gezeigt hatte. Die Skulptur wurde von konservativen Eltern als pornographisch kritisiert. Der Fall verdeutlicht den Konflikt zwischen künstlerischer Bildung und puritanischen Moralvorstellungen in den USA und wirft Fragen über die Zensur von Kunstwerken in Schulen auf.
Die Erschaffung Adams (Deckenfresko, Sixtinische Kapelle)
Michelangelo
Michelangelos berühmtes Deckenfresko aus der Sixtinischen Kapelle zeigt die biblische Schöpfung des Menschen, mit Adam und Gott als zentrale Figuren. Das Werk wurde im Florida-Schulskandal als unangemessen für den Unterricht von Elf- und Zwölfjährigen eingestuft und sollte nicht in diesen Klassen gezeigt werden. Es ist eines der bedeutendsten Meisterwerke der Renaissancekunst und prägt bis heute unsere Wahrnehmung klassischer Kunstgeschichte.
Das Abendmahl
Leonardo da Vinci
Leonardos berühmtes Gemälde des Abendmahls zeigt die letzte Mahlzeit Jesu mit seinen 12 Aposteln – eine Konstellation von 13 Personen, die zum hartnäckigen Aberglaube führte, dass 13 Menschen an einem Tisch Unglück bringt. Dieser Glaube an die Unglückszahl 13 reicht bis in die Gegenwart und inspirierte skurrile Lösungen wie die hölzerne Katze im Londoner Savoy Hotel, die als vierzehnter Gast platziert wurde, um die ungünstige Zahl zu vermeiden.
Der Wanderer über dem Nebelmeer
Caspar David Friedrich
Das Gemälde 'Der Wanderer über dem Nebelmeer' von Caspar David Friedrich wird in der Hamburger Kunsthalle in einer besonderen Inszenierung gezeigt, die seine emotionale Wirkung verstärkt. Friedrich schuf das Werk während der napoleonischen Kriege als persönliche Flucht nach innen. Das Bild dokumentiert die zeitlose Kraft von Kunst, Halt und Trost in Zeiten von Krise zu bieten.