Das Leben der infamen Menschen
Michel Foucault
Infamie (lateinisch infamia „Schande, Schimpf“, wörtlich „Unaussprechliches“) bezeichnet im gewöhnlichen Sprachgebrauch ein ehrloses (gemeines oder heimtückisches) Handeln oder die Ehrlosigkeit als solche. Begrifflich setzt Infamie eine Gesellschaft voraus, die ein bestimmtes Verständnis von „Ehre“ besitzt. Rechtshistorisch versteht man unter Infamie oder Verrufenheit den Zustand eingeschränkter Rechtsfähigkeit infolge der Aberkennung oder Schmälerung der bürgerlichen Ehrenrechte einer Person.
Erwähnungen (1)
„Foucault hat es so beschrieben, das Leben der Infamen, dass eigentlich diese Menschen, die irgendwie anders waren und irgendwie gegen die Regeln verstoßen haben, sie treten in Existenz zu uns zurück. Durch einen Blitzschlag in dem Moment, in dem sie mit dem Gericht und der Obrigkeit eigentlich aufeinandertreffen.“
Kim de l'Horizon greift Foucaults Essay auf, um zu erklären, warum wir von den als Hexen verfolgten Menschen so wenig wissen. Foucaults Kerngedanke – dass marginalisierte Menschen nur im Moment ihrer Konfrontation mit der Macht kurz sichtbar werden und dann wieder verschwinden – wird direkt auf die Hexenprozess-Akten übertragen.
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