Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
Walter Benjamin
Benjamin analysiert die ästhetischen und politischen Implikationen dieser Verschiebung, wobei er das revolutionäre Potenzial des Kinos als Instrument zur kollektiven Bewusstseinsbildung betont. Seine Untersuchung berührt Themen wie sinnliche Wahrnehmung, die Beziehung zwischen Faschismus und der Ästhetisierung von Gewalt und die Rolle der Kunst in Industriegesellschaften.
Erwähnungen (4)
„Wir leben ja im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit von Schönheit. Durch Schönheitschirurgie und Schönheitskosmetik. Und damit kann man ja eine bestimmte gesellschaftlich akzeptierte Schönheit erzeugen.“
Precht paraphrasiert Walter Benjamins berühmten Essay-Titel, indem er von 'Schönheit im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit' spricht. Er überträgt Benjamins Kernthese – dass technische Reproduzierbarkeit die Aura des Originals zerstört – auf das Thema Schönheitschirurgie und argumentiert, dass massenhafte kosmetische Eingriffe den Wert individueller Schönheit entwerten.
„1935 hat Walter Benjamin diesen berühmten Aufsatz geschrieben, das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Walter Benjamin, deutsch-jüdischer Kulturphilosoph, dessen Hauptwerk ein unabgeschlossenes Werk über die Passagen in Paris des 19. Jahrhunderts war.“
Precht zitiert Benjamins Aufsatz als historischen Vermittlungsvorschlag in der Debatte über KI und Kreativität. Er nutzt Benjamins These, dass technische Reproduzierbarkeit die Kunst zwar ersetzen, ihr aber gleichzeitig die gesellschaftliche Bedeutung nehmen werde – eine Prognose, die Precht auf die heutige KI-Situation überträgt.
„Er sagt das so nett in dem Vorwort, auch so meine Kommilitonen haben sich gerade mal für vielleicht Benjamin und die Reproduzierbarkeit des Kunstwerks oder so interessiert und bei ihm geht dieses Technikinteresse ging dann viel weiter und das war damals außergewöhnlich.“
Beckers zitiert aus Schivelbuschs Vorwort, in dem dieser beschreibt, dass seine Kommilitonen sich höchstens für Benjamins berühmten Essay interessierten, während sein eigenes Technikinteresse viel weiter ging. Der Essay dient als Kontrastfolie zum intellektuellen Klima der 70er Jahre.
„Also wenn alle wie Models aussehen, dann ist wie Models aussehen nicht mehr das, worauf es ankommen wird. Da sind wir noch ein Stück von entfernt, aber das wird irgendwann kommen.“
Precht paraphrasiert Walter Benjamins berühmten Essay, indem er von Schönheit 'im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit' spricht. Er überträgt Benjamins These auf die Demokratisierung von Schönheit durch Chirurgie: Wenn alle gleich schön aussehen können, verliert das Schönheitsideal seinen Wert – genau wie das Kunstwerk seine Aura verliert.
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