Buch

Das Buch Ruth

Jürgen Ebach

Wie funktioniert Verstehen? Die Grundfrage der Hermeneutik als Wissenschaftsdisziplin konfrontiert eine Theologie, die nicht nur innerhalb eigener Mauern relevant sein will, sondern öffentlich zu Herausforderungen einer komplexen Wirklichkeit Stellung bezieht, zwangsläufig mit der Frage, auf welchem Fundament sie steht und wie sie angesichts der Pluralität biblischer Traditionen Kriterien des Verstehens benennen und Orientierung geben kann.

Das Buch Ruth

Erwähnungen (11)

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:46:37
„Das ist auch das erste Buch, das nach einer Frau benannt ist. Das Buch Ruth. Und in der Geschichte weiter geht es dann bei den Königen, aber unsere nächste Sendung wird sich mit angenehmeren Dingen befassen.“

Am Ende der Folge kündigen die Schwestern das nächste Buch an, das sie besprechen werden. Johanna Haberer hebt hervor, dass es das erste biblische Buch ist, das nach einer Frau benannt ist, und Sabine Rückert beschreibt es als eine Geschichte von Solidarität und Liebe.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:00:08
„ich begrüße Sie zu unserer Sendung über das Buch Ruth“

Das Buch Ruth aus der Bibel ist das zentrale Thema dieser Podcast-Episode und wird ausführlich besprochen

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:34:32
„Du musst dir vorstellen, so unterm Tor, das ist also eine Stadtmauer und unterm Tor wird Gericht gehalten, beziehungsweise da werden die wichtigen Verhandlungen, Immobilien werden da ausgetauscht. Das ist so eine Art Richtplatz, wo man sich da einigt.“

Das Buch Ruth ist das zentrale Werk dieser Episode. Johanna Haberer und Sabine Rückert lesen und interpretieren die biblische Erzählung Kapitel für Kapitel – von der nächtlichen Szene auf der Tenne über das Löserecht-Verfahren am Stadttor bis zur Geburt Obeds. Sie deuten die Geschichte als politisches Statement für eine lebensfreundliche Tora-Auslegung und als Plädoyer für die Integration von Ausländerinnen, da König David von der Moabiterin Ruth abstammt.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:36:31
„Beim Buch Ruth haben wir doch gesehen, wie der Boas, ein tüchtiger Mann, alles öffentlich macht, sofort in Ordnung bringt.“

Johanna Haberer zieht einen Vergleich zwischen der heimlichen Salbung Sauls durch Samuel und dem öffentlichen Handeln des Boas im Buch Ruth. Während Boas alles transparent und offiziell regelt, agiert Samuel im Verborgenen – ein erzählerischer Kontrast zwischen zwei biblischen Führungsfiguren.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:18:59
„Wir hatten den schon mal zitiert. Der hat so ein ganz schönes Buch über das Buch Ruth geschrieben. Da haben wir ihn schon kennengelernt, den Herrn Ebach.“

Als Sabine Rückert den Theologen Jürgen Ebach einführt, erinnert Johanna Haberer daran, dass sie ihn bereits in einer früheren Folge über das Buch Ruth zitiert hatten. Die Erwähnung dient als Wiedererkennung des Autors, bevor Rückert ausführlich aus einem Artikel von Ebach zur Homosexualitätsdebatte zitiert.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:20:30
„Falls du dich erinnerst, die Ruth, die ihre Schwiegermutter begleitet. Naomi will ja auch alleine gehen. Und die Ruth läuft dann immer in Hinterehe her und sagt, wo du hingehst, da will ich auch hingehen.“

Johanna Haberer zieht eine Parallele zwischen der biblischen Ruth-Erzählung und dem Verhältnis von Elisha zu Elia: Wie Ruth ihre Schwiegermutter Naomi nicht verlassen will, so folgt Elisha beharrlich dem Propheten Elia.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 01:02:12
„Also wir haben schon mal ein Buch besprochen, in dem Gott fast nicht vorkommt, wo er immer nur zwischen den Zeilen ist. Und das ist das Buch Ruth. Da geht es auch um eine Frau.“

Johanna vergleicht das Buch Esther mit dem Buch Ruth, da in beiden Gott kaum direkt vorkommt

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:05:28
„Die Klagelieder des Jeremia, Ruth und Esther haben wir alle schon erzählt“

Erwähnt als Teil der Festrollen, wurde in früheren Folgen bereits behandelt

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:12:53
„Das hatten wir ja beim Buch Ruth auch, dass es eine Frau geschrieben haben könnte.“

Im Rahmen der Gender-theologischen Debatte über die Autorinnenschaft des Hohelieds verweist Johanna Haberer auf das Buch Ruth als weiteres biblisches Buch, bei dem eine weibliche Verfasserschaft diskutiert wird.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:06:44
„Und du erinnerst dich an Bethlehem im Buch Ruth. Bethlehem heißt das Haus des Brotes. Und da geht Ruth mit ihrer Schwiegermutter kehrt nach Bethlehem zurück.“

Das Buch Ruth wird als alttestamentlicher Bezug herangezogen, um die Bedeutung Bethlehems in der biblischen Überlieferung zu erklären.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:13:19
„Die Ruth ist sozusagen eine Antwort auf Nehemia und seinen Reinheitswahn. Von Gott ist übrigens in der Geschichte Ruth praktisch keine Rede. Er spricht nicht und greift auch nicht ein. Das unterscheidet diese Geschichte von anderen und von den meisten anderen Geschichten im Alten Testament.“

Das Buch Ruth bildet das Herzstück der Folge. Rückert erzählt die Geschichte der moabitischen Schwiegertochter Ruth ausführlich nach und beide Sprecherinnen deuten sie als bewusste Gegenerzählung zu den Ausgrenzungsgesetzen bei Nehemia und Esra. Die Pointe: Ausgerechnet König David, Inbegriff des jüdischen Königtums, stammt von einer Ausländerin ab. Haberer vermutet sogar, es sei das einzige biblische Buch, das von einer Frau geschrieben wurde.

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Zum Artikel bei Evangelisch.de