Das Buch Rut
Jürgen Ebach
Der Jalkut Schimoni ist ein Sammelwerk rabbinischer Auslegungen zur gesamten hebräischen Bibel. Unerforscht ist, nach welchen Kriterien die Auslegungen ausgewählt wurden und ob das Werk als umfassendes Nachschlagewerk für exegetische Fragen, zur Verbindung von Bibelauslegung in Talmud und Midrasch oder zur Reform der rabbinischen Auslegungstradition konzipiert wurde. Die Übersetzung des Werkes ist ein erster Schritt, diese Fragen zu beantworten.
Erwähnungen (2)
„Wir haben ähnliche Phänomene noch mit der Rut, die werden wir später mal kennenlernen. Es gibt also zwei Mütter des Landes Israel, des Volkes Israel. Die keine Israelitinnen sind.“
Johanna Haberer zieht eine Parallele zwischen Rahab und der biblischen Rut – beide sind Nicht-Israelitinnen, die zu Erzmüttern des Volkes Israel wurden. Die Erwähnung dient dazu, ein wiederkehrendes biblisches Muster aufzuzeigen: Außenseiterinnen, die durch besondere Umstände in die Heilsgeschichte aufgenommen werden.
„Bis dann vor, ich glaube, zehn Jahren oder was, der Kollege Ebach rausgearbeitet hat, dass das ein Buch aus einem Guss, möglicherweise von einer Frau geschrieben, mit wahnsinnig klugen Rechtsvorstellungen ist.“
Johanna Haberer verweist auf die exegetische Arbeit ihres Kollegen Jürgen Ebach, der die bisherige Sicht auf das Buch Ruth als bloße Novelle revidiert hat. Ebach zeigte, dass es ein durchkomponiertes Werk mit fundierten Rechtskenntnissen ist, möglicherweise von einer Frau verfasst.
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Wie funktioniert Verstehen? Die Grundfrage der Hermeneutik als Wissenschaftsdisziplin konfrontiert eine Theologie, die nicht nur innerhalb eigener Mauern relevant sein will, sondern öffentlich zu Herausforderungen einer komplexen Wirklichkeit Stellung bezieht, zwangsläufig mit der Frage, auf welchem Fundament sie steht und wie sie angesichts der Pluralität biblischer Traditionen Kriterien des Verstehens benennen und Orientierung geben kann.
Hiob-Kommentar
Jürgen Ebach
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Jürgen Ebach
Enthält: Teil 1, Hiob 1-20; Teil 2, Hiob 21-42.
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Jürgen Ebach
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