Buch Josua
Warum Einzelausgaben der biblischen Bücher? Der Grund ist so einfach wie praktisch: Die Bibel hat auf Grund ihres vollen Umfangs, selbst bei großformatigen Ausgaben, zumeist eine sehr kleine Schrift und ist demnach entsprechend schwer zu lesen. Möchte man zudem die Bibel gerne mitnehmen, um unterwegs zu lesen, entscheidet man sich schnell dagegen, solch ein schweres Buch den ganzen Tag mit sich umherzutragen.
Erwähnungen (11)
„Dann jedoch benötigt man einen geeigneten Neuanfang und der bietet sich mit der Erzählung von der großartigen Eroberung Jerichos im Buch Joshua. Das ist dann das nächste.“
Johanna Haberer beschreibt, wie christliche Bibelleser typischerweise das Deuteronomium überspringen und direkt zum Buch Josua weiterspringen, das mit der Eroberung Jerichos wieder eine packende Erzählung bietet.
„Wir kommen zum Buch Joshua. Und ich bin darüber sehr froh, dass wir den Mose jetzt durchschritten haben. Also fünf Bücher Mose. Also, das neue Buch Joshua ist jetzt eines mit einer erheblichen Dynamik.“
Das Buch Josua ist das zentrale Thema dieser Episode. Die Schwestern besprechen die biblische Erzählung der Landnahme Kanaans nach dem Tod Moses – von der Entsendung der Kundschafter über die Jordandurchquerung bis zur Eroberung Jerichos. Sabine Rückert freut sich über die erzählerische Dynamik nach den eher statischen fünf Büchern Mose.
„Und ich muss sagen, es wird jetzt immer finsterer, diese ganze Sache. Und es wird auch, von der Beschreibung her, wird es jetzt dieses Mal sehr mühsam. Denn eigentlich habe ich gar nichts zu erzählen. Also das ganze Buch Joshua jetzt zu erzählen, ist mühsam.“
Das Buch Josua ist der zentrale Bibeltext, den die Schwestern in dieser Episode behandeln – speziell die Kapitel 11-12 mit den Eroberungskriegen und der Aufzählung der 31 besiegten Könige. Die Gewaltdarstellungen dienen als Ausgangspunkt für die Diskussion über kollektive Kriegsnarrative und deren Nachwirkungen bis heute.
„Jetzt lassen wir das Buch Joshua hinter uns. Joshua stirbt, wird begraben, wird sogar zweimal begraben, weil die Bibel es eben zweimal erzählt. Und jetzt wenden wir uns dem Buch der Richter zu.“
Die Hosts schließen ihre Besprechung des Buches Josua ab, das sie in der vorherigen Episode behandelt haben. Sabine Rückert markiert den Übergang zum nächsten Bibelbuch und betont, dass die blutige Eroberungsgeschichte Josuas sich als Übertreibung herausstellt – das Buch der Richter wird nun eine realistischere Darstellung liefern.
„Ich meine, theologisch zieht sich ja auch durchs Buch Joshua. Da wird ja auch immer beschrieben, dass wenn die sich auf sich selbst verlassen, dass sie dann nicht gewinnen. Und hier wird nochmal reduziert. Also in den theologischen Deutungen heißt es die sogenannte Entmilitarisierung Israels.“
Johanna Haberer zieht einen theologischen Vergleich zwischen dem Richterbuch und dem Buch Josua. In beiden Büchern sei die Botschaft, dass Israel nur mit Gottes Hilfe siegen könne — im Josua-Buch durch das Beuteverbot, bei Gideon durch die radikale Reduzierung des Heeres auf 300 Mann.
„Wir haben sie das letzte Mal in Schilo gelassen, im Joshua-Buch haben wir sie in Schilo gelassen und jetzt wird sie erwähnt, dass sie hier steht. Ja, in Beth-El.“
Als die Bundeslade im Kontext der Befragung Gottes vor dem Krieg gegen die Benjaminiter erwähnt wird, ordnet Johanna Haberer ein, dass die Bundeslade zuletzt im Buch Josua in Schilo verortet war und nun in Beth-El wieder auftaucht.
„Ich kann mich erinnern an den Achern, wo auch das losgeworfen wurde. Gott führt eine Ermittlung durch.“
Johanna Haberer verweist auf die Geschichte Achans aus dem Buch Josua, in der ebenfalls durch Losverfahren ein einzelner Mensch aus dem Volk ermittelt wird – als Parallele zur Königswahl Sauls per Los.
„Dazu gehen wir zurück in das Buch Joshua. Also ein lang überwundenes Buch. Joshua hat ja mit den Trompeten damals Jericho zerstört.“
Rückgriff auf das Buch Josua, um den Fluch über Jericho zu zitieren, der sich nun unter König Ahab erfüllt.
„Wir haben ja früher im Buch Joshua, haben wir ja endlose Schlachtenreihen und wie die sich da gegenseitig fallen gestellt haben. Da wurde also militärisch bis ins Detail alles berichtet. Hier heißt es nur, der Herr schlug die Kushita.“
Sabine Rückert vergleicht die Erzählweise der Königsbücher mit dem Buch Josua. Dort wurden Schlachten detailliert und militärisch genau geschildert, während in den Königsbüchern Siege nur noch lakonisch als Gotteshandeln zusammengefasst werden. Der Kontrast dient ihr als Beleg für den veränderten, stärker ideologisch geprägten Erzählstil der späteren biblischen Bücher.
„Jetzt bist du wieder da. Jetzt bin ich wieder bei der Propaganda. Ja, und du bist auch bei Jericho. Also es wird ja alles gemischt, die Widerhörner von Jericho.“
Johanna Haberer erkennt in der Makabäer-Schlachtszene mit den Widerhörnern eine direkte Parallele zum biblischen Buch Josua und der Eroberung Jerichos. Die Widerhörner von Jericho sind ein zentrales Motiv aus Josua Kapitel 6. Sie argumentiert, dass die Makabäer-Autoren bewusst ältere biblische Motive wie die Jericho-Eroberung in ihre Erzählung einweben.
„Wir erinnern uns an Achan, den Beutedieb, der im Buch Joshua gesteinigt wurde. Das haben wir auch hier durchgenommen in unserem schönen Podcast. Diesen Beutedieb, der was versteckt hat und dann ermittelt wird und getötet wird.“
Sabine Rückert verweist auf die Geschichte von Achan aus dem Buch Josua als alttestamentliches Beispiel dafür, wie Gemeinschaften mit jenen umgehen, die sich auf Kosten anderer bereichern. Der Verweis dient als Beleg für die anthropologische These, dass Egalität ein universelles menschliches Bedürfnis ist.
Ähnliche Medien
Die Bibel
Martin Luther (Übersetzung)
Die Bibel als Klassiker der Weltliteratur und religiöses Fundament – ein Werk, das in westlichen Kulturen ständig zitiert wird, vielen Menschen aber weitgehend unbekannt bleibt. Jan Böhmermann nennt sie als eine seiner größten Wissenslücken und beschreibt das Unbehagen, nicht mitreden zu können, wenn andere Bibelreferenzen einbauen. Eine Anleitung zum Nachschlagen für alle, die ihre Kulturkompetenz erweitern möchten.
Harry Potter
J.K. Rowling
Harry Potter is leaving Privet Drive for the last time. But as he climbs into the sidecar of Hagrid’s motorbike and they take to the skies, he knows Lord Voldemort and the Death Eaters will not be far behind. The protective charm that has kept him safe until now is broken. But the Dark Lord is breathing fear into everything he loves.
Faust
Johann Wolfgang von Goethe
Goethes »Faust. Der Tragödie erster Teil« mit 200 Wort- und Sacherklärungen für ein besseres Textverständnis Goethes »Faust« ist schlichtweg das Menschheitsdrama. Es ist das Drama des nach Erkenntnis strebenden Menschen, der an seine eigenen Grenzen stößt. In seinem Existenzhunger überschreitet Faust diese Grenze und geht einen Pakt mit dem Teufel ein. Goethes Faust-Dichtung ist eines der wort- und motivgewaltigsten Dramen der deutschen Literatur.
Der Herr der Ringe
J.R.R. Tolkien
J. R. R. Tolkien ... »Der Herr der Ringe« in zwei Sätzen: Einem jungen Hobbit namens Frodo wird ein Ring anvertraut, von dem eine dunkle Macht ausgeht. Frodo macht sich mit seinen Freunden auf eine abenteuerliche Reise, um das von der ...