Buch Esra
Das dritte Buch Esra besteht zum größten Teil aus Abschnitten, die dem kanonischen Esra und Nehemias im allgemeinen entsprechen. Eigentümlich ist dem Buch die Erzählung von einem Wettstreit der Leibpagen des Königs Darius 3, 1 bis 4, 63. Dem Sieger im Wettkampf Zorobabel ist der Wiederaufbau des Tempels zu danken. (Jos. Ant. XI 1–4 nimmt den Bericht für wirkliche Geschichte). Der Name „3 Esra“ stammt aus der Vulgata, worin die Bücher Esra und Nehemias als 1 und 2 Esra gezählt werden.
Erwähnungen (7)
„Sondern es ist auch ein massiver Gegenspruch gegen das, was wir später bei Esra und Nehemiah lesen werden oder was wir auch im Deuteronomium schon gelesen haben, gegen dieses tut nichts mit Ausländern, lasst die draußen und mischt euch nicht mit ihnen.“
Johanna Haberer stellt das Buch Ruth in Kontrast zu den Büchern Esra und Nehemia, die eine strikte Abgrenzung gegenüber Ausländern fordern. Während Esra die Ehen mit fremden Frauen auflösen lässt, erzählt Ruth die Gegengeschichte: Eine Moabiterin wird Stammmutter König Davids.
„Nein, das kommt im nächsten Buch Esra. [...] Du hast recht, hier gibt es schon einen Tempel, den baut aber erst der Esra auf. Während in meiner Bibel heißt es, zuerst wurde die Mauer gebaut und dann der Tempel. Also hier passt was nicht.“
Das Buch Esra wird mehrfach als Gegenpart zum Buch Nehemia erwähnt und als Thema der nächsten Folge angekündigt. Haberer erklärt, dass Esra im Unterschied zu Nehemia der priesterliche und kultische Restaurator ist. Rückert weist auf Widersprüche in der Chronologie beider Bücher hin — im Nehemia-Buch wird ein Tempel vorausgesetzt, den erst Esra aufbaut.
„jetzt kommen wir zum Tempel, das Buch Esra“
Zentrales Thema der Folge – die Schwestern besprechen das biblische Buch Esra und die Rückkehr der Juden aus dem Exil
„Das kommt bei uns eigentlich in den Kirchen katholisch wie evangelisch. Ganz selten vor, wird auch selten gepredigt, wird nicht im Religionsunterricht thematisiert, ist aber für die Übergangszeit zwischen Judentum und Christentum ein wahnsinnig wichtiges Buch.“
Das Buch Esra ist das zentrale Thema dieser Podcast-Folge. Johanna Haberer ordnet es als selten behandeltes, aber historisch enorm bedeutsames Buch ein – es gilt als Gründungsdokument des Judentums, wie wir es heute kennen, und bildet den Hintergrund für alles, was Jesus später beschäftigen wird.
„Und die Zentralisierung, die ja theologisch betrieben wurde, die findet da seinen Gipfel in diesem Buch Ezra. Alles läuft darauf hinaus, den Tempel wieder als Stuhl Gottes und als Präsenz Gottes in dieser Stadt Jerusalem zu haben.“
Im Rückblick auf die vorherige Episode wird das biblische Buch Esra als Höhepunkt der theologischen Zentralisierung beschrieben – die Rückkehr nach Jerusalem und der Wiederaufbau des Tempels als Wohnsitz Gottes.
„Denn seit dem babylonischen Exil verteidigt das Judentum sich selbst und seine Art zu leben und zu glauben durch strenge Abgrenzung gegen alles Fremde. Das haben wir ja bei Esra erlebt.“
Sabine Rückert verweist auf das biblische Buch Esra als Beleg für die jüdische Abgrenzungstradition gegen fremde Einflüsse. Es dient als historischer Vorläufer für den Konflikt, der im Makkabäer-Buch zwischen hellenisierungswilligen und gesetzestreuen Juden beschrieben wird.
„Also du hast Listen mit jüdischen Namen von Leuten, die da rein dürfen und dann mehrere Stellen bei Esra und Nehemiah, wo ausgeschlossen wird, dass Ausländer da raus werden. Und dann liest du noch, dass Männer, die nicht jüdische Frauen haben, diese verstoßen sollen.“
Das Buch Esra wird gemeinsam mit Nehemia als Quelle der Ausgrenzungspolitik im nachexilischen Jerusalem herangezogen. Haberer betont, dass dort Mischehen verboten und ausländische Frauen samt Kindern verstoßen werden sollten – ein Konzept, das die Sprecherinnen als eine Art antiken Rassismus einordnen.
Ähnliche Medien
Die Bibel
Martin Luther (Übersetzung)
Die Bibel als Klassiker der Weltliteratur und religiöses Fundament – ein Werk, das in westlichen Kulturen ständig zitiert wird, vielen Menschen aber weitgehend unbekannt bleibt. Jan Böhmermann nennt sie als eine seiner größten Wissenslücken und beschreibt das Unbehagen, nicht mitreden zu können, wenn andere Bibelreferenzen einbauen. Eine Anleitung zum Nachschlagen für alle, die ihre Kulturkompetenz erweitern möchten.
Harry Potter
J.K. Rowling
Harry Potter is leaving Privet Drive for the last time. But as he climbs into the sidecar of Hagrid’s motorbike and they take to the skies, he knows Lord Voldemort and the Death Eaters will not be far behind. The protective charm that has kept him safe until now is broken. But the Dark Lord is breathing fear into everything he loves.
Faust
Johann Wolfgang von Goethe
Goethes »Faust. Der Tragödie erster Teil« mit 200 Wort- und Sacherklärungen für ein besseres Textverständnis Goethes »Faust« ist schlichtweg das Menschheitsdrama. Es ist das Drama des nach Erkenntnis strebenden Menschen, der an seine eigenen Grenzen stößt. In seinem Existenzhunger überschreitet Faust diese Grenze und geht einen Pakt mit dem Teufel ein. Goethes Faust-Dichtung ist eines der wort- und motivgewaltigsten Dramen der deutschen Literatur.
Der Herr der Ringe
J.R.R. Tolkien
J. R. R. Tolkien ... »Der Herr der Ringe« in zwei Sätzen: Einem jungen Hobbit namens Frodo wird ein Ring anvertraut, von dem eine dunkle Macht ausgeht. Frodo macht sich mit seinen Freunden auf eine abenteuerliche Reise, um das von der ...