Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg
Franz Kafka
Die Zürauer Aphorismen sind 109 Aphorismen von Franz Kafka, die vom September 1917 bis zum April 1918 entstanden. Max Brod stellte sie unter den Titel „Betrachtungen über Sünde, Hoffnung, Leid und den wahren Weg“.
Erwähnungen (1)
„Es ist sehr gut denkbar, dass die Herrlichkeit des Lebens um jeden und immer in ihrer ganzen Fülle bereit liegt, aber verhängt in der Tiefe, unsichtbar, sehr weit. Aber sie liegt dort, nicht feindselig, nicht widerwillig, nicht taub. Ruft man sie beim richtigen Wort, beim richtigen Namen, dann kommt sie. Das ist das Wesen der Zauberei, die nicht schafft, sondern ruft.“
Sabine Rückert zitiert eine zweite Kafka-Passage, die sie mit der Zeichentheologie des Johannesevangeliums verbindet. Der Gedanke, dass die Herrlichkeit des Lebens verborgen bereitliegt und nur beim richtigen Namen gerufen werden muss, passt für sie perfekt zur johanneischen Idee, dass Gottes Herrlichkeit durch die Zeichen Jesu hindurchschimmert – sichtbar nur für die, die Augen haben zu sehen.
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