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Bericht über die Nürnberger Prozesse in der Neuen Zeitung

Erich Kästner

Der Nürnberger Prozess zeigte eine zentrale Problematik: Keiner der 24 Angeklagten empfand Schuld. Während Hermann Göring sich als sakrosankter Staatsmann verstand, der Belehrung nicht bedurfte, rechtfertigten sich Militärs wie Dönitz und Jodl mit ihrer vermeintlich soldatischen Pflicht. Albert Speer gelang es, seine enorme Verantwortung für hunderttausende Tote zu minimieren. Der Prozessbeobachter Erich Kästner kritisierte diese Strategie scharf: Die Angeklagten behaupteten, von den neuen Spielregeln gegen Massenmord erst später erfahren zu haben und nicht mehr handlungsfähig gewesen zu sein.

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Erwähnungen (1)

ZEIT Verbrechen
🗣 Andreas Sentker zitiert daraus bei ⏱ 00:49:45
„Göring trägt eine lichtgraue Jacke mit goldenen Knöpfen. Die Abzeichen der Reichsmarschallwürde sind entfernt worden. Die Orden sind verschwunden. Es ist eine Art Chauffeurjacke übrig geblieben. Rudolf Hess hat sich verändert. Dadurch wirken die schwarzen Augenbrauen geradezu unheimlich.“

Andreas Sentker liest eine ausführliche Passage von Erich Kästner vor, die in der Neuen Zeitung erschien. Kästner beschreibt darin mit literarischer Präzision das Erscheinungsbild der Angeklagten auf der Anklagebank – Göring, Hess, Rosenberg und Hans Frank. Die Passage zeigt, wie Kästner als genauer Beobachter die Banalität und Nervosität der Angeklagten einfing.

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Der Artikel analysiert die Verteidigungsstrategien der 24 Angeklagten im Nürnberger Prozess von 1945. Während Hermann Göring sich unbelehrbar als Staatsmann sah und Albert Speer seine Rolle herunterzuspielen versuchte, behaupteten Militärs wie Admiral Dönitz und General Jodl, nur ihre Pflicht erfüllt zu haben und unwissentlich in die NS-Verbrechen verstrickt worden zu sein. Das zentrale Problem bestand darin, dass keiner der Angeklagten sich schuldig fühlte – alle plädierten nicht schuldig. Der Schriftsteller Erich Kästner, der als Prozessbeobachter zugelassen war, kritisierte scharf diese mangelnde Schuldeinsicht und das systematische Verleugnen von Verantwortung für die Massenverbrechen des Regimes.

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