Anschwellender Bocksgesang
Botho Strauß
Botho Strauß' Essaysammlung mit dem berühmten Titeltext aus dem Spiegel von 1993, der eine der intensivsten intellektuellen Debatten jener Dekade auslöste. Der provokative Essay wird oft als Beleg für die Rückkehr neotraditionalistische Tendenzen in Deutschland der 90er Jahre herangezogen und dokumentiert eine kulturpolitische Auseinandersetzung über nationale Identität und konservative Gegenbewegungen zur Linken.
Erwähnungen (3)
„Oder Bruder Strauß mit seinem anschwellenden Boxgesang. Oder dann eben die Neotraditionalismen mit den wilhelminischen Vornamen in den 90er Jahren.“
Im selben Kontext wie 'Die selbstbewusste Nation' nennt Mangold Botho Strauß' berühmten Essay 'Anschwellender Bocksgesang' von 1993 als weiteres Beispiel dafür, wie die Linke stets ein Wiedererstarken rechter Tendenzen diagnostiziert hat. Der Essay erschien im Spiegel und löste eine der heftigsten intellektuellen Debatten der 90er Jahre aus.
„Eben vor allen Dingen der anschwellende Boxgesang, der im Spiegel 1993 veröffentlicht wurde. Ja, ein Essay, der abgerechnet hat mit dieser Bundesrepublik, mit ihrer eben die eingeschlafenen Füße, mit ihrer Eingeschlafenheit, ihrer Freude, Freundlichkeit, Friedlichkeit, ihrer Verschlafenheit.“
Iris Radisch ordnet Botho Strauß' Werk ein und beschreibt den Essay als Wendepunkt, an dem Strauß sich als kulturkonservativer Zeitkritiker positionierte. Sie gesteht, dass sie damals nicht verstehen konnte, warum er das Tragische und Heroische in der friedlichen Bundesrepublik vermisste.
„Auch Boto Strauß hat schon in den 90er Jahren in seinem Essay »Anschwellender Boxgesang« René Girard rezipiert.“
Mangold zeichnet die geistesgeschichtlichen Verbindungslinien von René Girards mimetischer Theorie nach und nennt Botho Strauß' berühmten Essay von 1993 als frühes Beispiel für die Rezeption Girards im deutschsprachigen Raum — neben dem linken Intellektuellen Thomas Assheuer und dem Tech-Milliardär Peter Thiel.
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