Anna, die Schule und der liebe Gott
Richard David Precht
Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern. Unsere Kinder, die heute eingeschult werden, gehen im Jahr 2070 in Rente. Doch wir überfrachten sie mit Wissensstoff, den sie für ihr Leben kaum brauchen werden. Statt ihnen dabei zu helfen, Neugier, Kreativität, Originalität, Orientierung und Teamgeist für eine immer komplexere Welt zu erwerben, dressieren wir sie zu langweiligen Anpassern.
Erwähnungen (6)
„So, und da kommen wir jetzt zu der Frage, die dir mal ein ganzes Buch wert war. Ein gutes Buch übrigens über Bildung, wo du in so einer kleinen Szene beschreibst, wie ein Lehrer die Kreativität eines kleinen Mädchens, ein fiktives Beispiel, Anna hast du sie genannt, glaube ich, erstickt.“
Lanz leitet zum Thema Bildung über und verweist auf Prechts Bildungsbuch, in dem die Geschichte eines Mädchens namens Anna erzählt wird, das den lieben Gott malt. Precht nutzt die Anekdote als Ausgangspunkt für seine Kritik am deutschen Schulsystem, das Kreativität unterdrücke und noch immer nach preußisch-militärischem Vorbild organisiert sei.
„Ich habe ja mal ein dickes Buch über Bildung geschrieben. Also die Problematik ist, die Erfolge von Bildung, die zeigen sich dann auch so im Regelfall in der Gesellschaft gleich 20 Jahre später. Das ist ein sehr, sehr langer Prozess.“
Im Schlussteil des Gesprächs diskutieren Lanz und Precht Bildung als wichtigstes Gegenrezept gegen gescheiterte Integration. Precht verweist auf sein eigenes Bildungsbuch, in dem er unter anderem eine Kindergartenpflicht ab drei Jahren fordert, damit Kinder aus bildungsfernen oder migrantischen Familien frühzeitig Deutsch lernen und sozialisiert werden. Er betont, dass Bildungserfolge erst nach etwa 20 Jahren sichtbar werden.
„Also ich habe ja häufig genug auch in meinem Buch gewettert gegen das dreigliedrige Schulsystem. Und das Einzige, was für das dreigliedrige Schulsystem spricht, ist, dass die Gesamtschulen, die die Sozialdemokraten in den 60er, 70ern konzipiert haben, noch schlechter waren.“
Precht verweist auf sein eigenes Bildungsbuch, in dem er das dreigliedrige Schulsystem kritisiert. Er nennt den Titel nicht explizit, aber sein bekanntes Bildungsbuch ist 'Anna, die Schule und der liebe Gott'. Er nutzt die Referenz, um seine langjährige Kritik am System zu untermauern und argumentiert für individualisiertes Lernen in Gesamtschulen.
„Und deswegen mein Vorschlag seit ewig langer Zeit, schon als ich mein Bildungsbuch geschrieben habe, wenn wir viele Eltern gar nicht erreichen, und ich wüsste auch gar nicht, wie wir die erreichen, dann müssten die Schulen diese Situation kompensieren.“
Precht verweist auf sein eigenes Bildungsbuch, in dem er bereits die These formuliert hatte, dass Schulen Meditation und Aufmerksamkeitstraining als integralen Bestandteil einführen sollten. Er nutzt die Referenz, um zu zeigen, dass seine Forderung nach schulischer Kompensation elterlicher Defizite nicht neu ist, sondern seit Jahren besteht.
„Das warst du ungefähr zehn Jahre alt. Ja, genau. Anna, die Schule und der liebe Gott. Ja, also auch vor zehn Jahren gab es schon den Satz, Neugier und Kreativität ist das Wichtigste.“
Im Gespräch über die Defizite des deutschen Schulsystems – starre Fächer, 45-Minuten-Takt, fehlende Kreativitätsförderung – verweist Precht auf sein eigenes Buch, in dem er diese Kritik bereits vor Jahren formuliert hat. Lanz hatte zuvor beschrieben, wie Lehrpläne und Prüfungsformate die natürliche Neugier von Kindern systematisch zerstören.
„2013 habe ich mein Buch rausgebracht über das Bildungssystem und da steht natürlich klipp und klar drin, Kindergartenpflicht, damit auch diejenigen, die ihre Kinder da nicht hinschicken wollen, das sind zwei Gruppen.“
Precht verweist auf sein eigenes Bildungsbuch von 2013, um zu unterstreichen, dass die Forderung nach Kindergartenpflicht und intensivem Deutschunterricht für Migrantenkinder keine neue Erkenntnis ist. Er nutzt die Referenz als Beleg dafür, dass diese Lösungsvorschläge seit über einem Jahrzehnt auf dem Tisch liegen, politisch aber nie umgesetzt wurden.
Ähnliche Medien
Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?
Richard David Precht
Der große Bestseller in neuer Ausgabe! Bücher über Philosophie gibt es viele. Aber Richard David Prechts Buch ist anders als alle anderen. Denn es gibt bisher keines, das den Leser so umfassend und kompetent – und unter Berücksichtigung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse – an die großen philosophischen Fragen des Lebens herangeführt hätte: Was ist Wahrheit? Woher weiß ich, wer ich bin? Was darf die Hirnforschung? Prechts Buch schlägt einen weiten Bogen über die verschiedenen Disziplinen und is...
Freiheit für alle: Das Ende der Arbeit wie wir sie kannten
Richard David Precht
Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Und warum eigentlich? Nichts, was die Arbeit anbelangt, ist heute mehr selbstverständlich. Das zweite Maschinenzeitalter selbstlernender Computer und Roboter revolutioniert unseren Arbeitsmarkt. Es definiert neu was »Arbeit« ist, und wozu wir eigentlich noch arbeiten. Schon seit einiger Zeit arbeiten wir in den westlichen Industrieländern nicht mehr, um unsere Existenz zu sichern. Wir arbeiten, um zur Erwerbsarbeitsgesellschaft dazuzugehören.
Von der Pflicht. Eine Betrachtung
Richard David Precht
Richard David Precht fragt in seinem Buch, das während der Covid-19-Pandemie entstand: Was schulden wir einander? Während die meisten Menschen Empathie mit den Schwachen zeigten, entpflichteten sich andere im Namen der Freiheit. Ein philosophischer Appell an Verantwortung und Gemeinsinn.
Liebe. Ein unordentliches Gefühl
Richard David Precht
Das unverzichtbare Buch für alle, die Ratgebern misstrauen und trotzdem endlich wissen wollen, was es mit der Liebe auf sich hat Die Liebe bewegt uns wie nichts anderes, sie vermag unser Leben auf den Kopf zu stellen und jegliche Ordnung zu Fall zu bringen. Dennoch wissen wir gar nicht so genau, was sie ist – die Liebe. Der Bestsellerautor Richard David Precht bringt Ordnung in dieses unordentlichste der Gefühle.