Angststillstand. Warum die Meinungsfreiheit schwindet
Richard David Precht
»Das Thema Meinungsfreiheit ist zu wichtig und zu dringend, um es den Rechtspopulisten zu überlassen.« Studien zufolge ist mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung der Ansicht, ihre Meinung nicht mehr frei äußern zu können. Woran liegt das? Je mehr Menschen heute ihre Individualität ausdehnen und die Dinge ›persönlich‹ nehmen, umso leichter fühlen sie sich gekränkt.
Erwähnungen (4)
„Ich habe gerade meine Arbeiten zu meinem Buch über die Meinungsfreiheit beendet, das im Oktober rauskommt.“
Precht kündigt sein kommendes Buch über Meinungsfreiheit an, dessen Titel er später im Gespräch nennt
„Und die Angst der Hierarchen, ist das, was am Ende das hervorbringt, was ich in meinem Buch Titelgebend Angststillstand nenne. Im Zweifelsfall ist es doch immer besser, komm, nee, machen wir nicht und so weiter, lassen wir uns nicht drauf ein, weil dann kann mir nichts passieren.“
Precht verweist auf sein eigenes Buch, um den zentralen Begriff der Diskussion zu benennen: Die Angst von Verantwortungsträgern an Universitäten und im Kulturbetrieb führt zu einem gesellschaftlichen Stillstand, weil niemand mehr Risiken eingehen will. Der Buchtitel fasst seine These zusammen, dass vorauseilender Gehorsam die liberale Demokratie gefährdet.
„Also du schreibst, in Angststillstand schreibst du erst mal am Anfang darüber, dass, ich glaube es waren 40 Prozent, das war 2023, die Menschen das Gefühl haben, sie dürften nicht mehr das sagen, was sie denken.“
Matze Hielscher leitet das Thema Meinungsfreiheit ein, indem er auf Prechts aktuelles Buch verweist. Der Buchtitel wird im gesamten Abschnitt zum Leitmotiv: Precht beschreibt darin, wie eine Kultur der Überempfindlichkeit und Empörung zu einem gesellschaftlichen Stillstand geführt hat, in dem Künstler, Intendanten und Bürger aus Angst vor Reaktionen verstummen.
„Diesmal sprechen wir als erstes über Richard David Prechts neuen Bestseller Angststillstand, warum die Meinungsfreiheit schwindet, erschienen bei Goldman.“
Eines der vier Hauptbücher der Episode. Precht versucht zu erklären, warum in einer zunehmend sensibilisierten Gesellschaft gefühlte Einschränkungen der Meinungsfreiheit zunehmen. Die Hosts diskutieren das Buch ausführlich und ambivalent: Cammann lobt die populäre Anschaulichkeit und die Interpretationsangebote, Beckers kritisiert mangelnde Originalität, rhetorische Entgrenzungen und einen unterschwellig kulturpessimistischen, 'onkeligen' Ton.
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