Essay

Against Interpretation

Susan Sontag

Sontag argumentiert in ihrem Essay von 1964, dass die kritische Praxis der Interpretation Kunstwerke verfälscht, statt sie zu verstehen. Statt zu fragen, was ein Kunstwerk bedeutet oder sagt, sollten Kritiker untersuchen, was es tut – wie es wirkt und sich anfühlt. Sie kritisiert die tradierte Hierarchie zwischen Form und Inhalt, wonach der Inhalt privilegiert ist, während die formalen Qualitäten vernachlässigt werden. Besonders problematisch sieht Sontag jene Interpretationen (marxistisch, freudsch), die vorgeben, unter der Textoberfläche verborgene wahre Bedeutungen auszugraben, dabei den Text aber faktisch verändern, ohne dies zuzugeben. Interpretation dient ihr zufolge oft dazu, unbequeme oder unakzeptable Texte durch Uminterpretation sozial verträglich zu machen.

Against Interpretation

Erwähnungen (5)

Alles gesagt?
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:36:10
„Ich habe gestern zur Vorbereitung nochmal Susan Sonntag gelesen. Es gibt ein Essay über Interpretation. Da bin ich irgendwie in meinem Kunstverständnis hängen geblieben, wo sie sagt, das Problem mit Kunst ist, dass wir sie die ganze Zeit interpretieren.“

Jochen Wegner hat zur Vorbereitung auf das Gespräch mit Julia Stoschek Susan Sontags berühmtes Essay über Interpretation wiedergelesen. Er fasst ihre These zusammen, dass das Problem der Kunst in der ständigen Interpretation liege und ein Kunstwerk eigentlich für sich selbst stehen müsse. Er nutzt das Essay als Ausgangspunkt für eine Diskussion über Kunstverständnis und fragt Stoschek, ob sie diesen Ansatz teilt.

Alles gesagt?
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:01:36
„Susan Sontag hat ein Essay über Kunst mal geschrieben über Interpretation von Kunst und hat sich sehr radikal dagegen ausgesprochen, dass Kunst über Kunst geredet werden kann“

Jochen Wegner zieht eine Parallele zwischen Sontags Ablehnung der Kunstinterpretation und Igor Levits Haltung zur Sprache über Musik

Alles gesagt?
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:41:18
„die gegenteilige Haltung ist ja Susan Sontag, die sagt, naja, du sollst ja, das Kunstwerk soll ja für sich stehen, du sollst jetzt keine Gedichtinterpretation schreiben“

Wegner bringt Susan Sontags Essay über Kunstrezeption als Gegenposition zu Boros' Ansicht ein, dass man den Kontext eines Kunstwerks kennen müsse

Alles gesagt?
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:46:58
„Ich dachte halt, die Sonntag, es gibt halt diesen Essay von Susan Sonntag über Rezeption von Kunst, wie auch immer der hieß, Christoph weiß das auswählen, ich habe es vergessen. Der hat mich sehr beeinflusst, weil er mich sehr entspannt hat, in meiner Art mit Kunst umzugehen.“

Im Gespräch über die Frage, ob man Kunst ohne Hintergrundwissen über den Künstler verstehen kann, verweist Jochen Wegner auf Susan Sontags berühmten Essay. Er beschreibt, wie dieser Essay ihn persönlich beeinflusst und entspannt hat im Umgang mit Kunst – man müsse nicht alles über den Künstler wissen, um ein Werk zu würdigen. Christian Boros widerspricht dieser Position vehement.

Alles gesagt?
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:23:33
„Die ja den für mich wesentlichen Essay zu diesem Thema geschrieben hat. Es gibt einen Text, mehrfach erwähnt in diesem Podcast, Against Interpretation, also gegen die Interpretation von Kunst, an dem ich mich persönlich immer noch langhange.“

Wegner bringt Susan Sontags berühmten Essay 'Against Interpretation' ins Gespräch, als er die Frage stellt, was Kunst eigentlich sei. Er beschreibt den Text als für ihn persönlich prägend – Sontags These, dass es ein Fehler sei, Kunst über ihren Inhalt zu interpretieren, statt sie sinnlich zu erfahren. Im weiteren Gespräch wird diese These durch Biesenbachs persönliche Erfahrungen mit Sontag relativiert.

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