95 Thesen gegen den Ablass
Martin Luther
Martin Luther verfasste 1517 insgesamt 95 Thesen als kritische Einwände gegen den katholischen Ablasshandel und den Papst, die er in einem Brief an mehrere Bischöfe versendete und wahrscheinlich auch an der Wittenberger Schlosskirche befestigte. Diese Thesen dienten damals ähnlich wie heute Social-Media-Plattformen dazu, viele Menschen zu erreichen, da es üblich war, kirchliche Streitschriften an Kirchentüren anzubringen. Obwohl die berühmte Geschichte des Anschlags wissenschaftlich nicht belegt ist, markierten Luthers Thesen einen wichtigen Wendepunkt und lösten die Reformation aus, die letztendlich zur Entstehung der evangelischen Kirche führte. Luther kritisierte den Ablasshandel als ein Geschäft mit der menschlichen Angst vor Gott, das er moralisch ablehnte.
Erwähnungen (1)
„Am 31. Oktober 1517 sendet Luther seine weltberühmten 95 Thesen gegen den Ablass an den Erzbischof. Bald darauf werden sie öffentlich bekannt. Das bedeutet das Ende der stillen Jahre dieses Mönchs und Theologieprofessors Martin Luther.“
Im Rahmen der Luther-Biografie von Molitor wird die Veröffentlichung der 95 Thesen als Wendepunkt beschrieben. Sabine Rückert stellt die Parallele zur Tempelreinigung Jesu her: Wie Jesus gegen die Kommerzialisierung des Tempels aufbegehrte, wandte sich Luther gegen den Ablasshandel der römischen Kirche.
Ähnliche Medien
Rede auf dem Reichstag zu Worms
Martin Luther
Das vorliegende Buch über Leben und Werk Martin Luthers (1483-1546) erscheint in dem Jahr, in dem sich nicht nur der Todestag des Wittenberger Reformators zum 475. Mal jährte, sondern in das auch das Datum der 500. Wiederkehr des Reichstags zu Worms fiel. In Worms hatte sich Luther einst geweigert, vor dem mächtigen Kaiser Karl V. und den Reichsständen seine Ideen, mit denen er die mächtige römisch-katholische Kirche erschüttert hatte und die evangelische Kirche begründete, zu widerrufen.
Vom Himmel hoch, da komm ich her
Martin Luther
Vom Himmel hoch, da komm ich her ist ein deutschsprachiges Weihnachtslied von Martin Luther. Der Text entstand um 1533/34 in Wittenberg und wurde dort 1535 veröffentlicht, die Veröffentlichung der Melodie folgte 1539 in Leipzig. Es ist eine von Luthers bekanntesten Liedschöpfungen.
De servo arbitrio (Vom unfreien Willen)
Martin Luther
De servo arbitrio (deutsch: „Über den geknechteten Willen“ oder „Vom unfreien Willen“) ist eine Schrift Martin Luthers vom Dezember 1525. Sie wurde als Reaktion auf die humanistische Lehrmeinung des Niederländers Erasmus von Rotterdam, insbesondere auf die Schrift De libero arbitrio (September 1524), verfasst und gilt als einer der bedeutendsten theologischen Texte Martin Luthers.
Hier stehe ich, ich kann nicht anders
Martin Luther
Dieser Artikel behandelt Martin Luthers ikonischen Ausspruch „Hier stehe ich, ich kann nicht anders" vom Reichstag zu Worms 1521. Der Text beleuchtet die historische und philosophische Bedeutung dieses Bekenntnisses zur persönlichen Überzeugung und zeigt auf, wie dieses Prinzip bis heute als Sinnbild für couragiertes Handeln aus innerer Gewissheit gilt, unabhängig von äußerem Erfolg oder Risiken.