1979
Christian Kracht
Teheran 1979: Die Stadt liegt in einem schwer durchschaubaren Taumel, es ist der Vorabend der islamischen Revolution – des Aufstandes der Anhänger Ajatollah Khomeinis gegen den Schah und sein westliches Regime. Der Erzähler, ein junger deutscher Innenarchitekt, und sein hoch gebildeter, zynischer, gesundheitlich zerstörter Freund Christopher reisen zu der Musik von Devo und Blondie durch den Iran bis nach Teheran.
Erwähnungen (4)
„Und habe zum Beispiel 1979 gar nicht gelesen, als es rauskam.“
Roman von Christian Kracht, den Lars zunächst nicht gelesen hatte, aber später als großartig empfand
„Dann habe ich 1979 irgendwann gelesen und das Buch ist natürlich der reine Wahnsinn. Also wenn man irgendwas wissen will darüber, wie das 20., das 21. Jahrhundert funktioniert, muss man dieses Buch lesen.“
Weisbrod beschreibt 1979 als 'reinen Wahnsinn' und essenzielle Lektüre zum Verständnis des 20. und 21. Jahrhunderts. Mangold ergänzt später, man könne den Roman als Verklärung der Abdankung des westlichen Individualismus lesen, in dem ein Schnösel sich freiwillig in ein chinesisches Straflager begibt.
„Das war 1979, das ist der Titel des zweiten Romans von Christian Kracht. Und dieses Buch war interessanterweise, so funktionieren dann eben Rezeptionsprozesse, quasi bei Erscheinen schon kanonisch, so hatte ich ungefähr den Eindruck.“
Mangold beschreibt den zweiten Roman Krachts, der im Iran kurz vor der islamistischen Revolution spielt. Das Buch erschien fast zeitgleich mit den Anschlägen vom 11. September 2001 und wurde dadurch als seismografische Gegenwartsdiagnose über die Dekadenz des Westens gelesen – ein Ruf, der Kracht seither begleitet.
„Also 1979 ist ein interessanter Vergleich, weil wir haben es mit jemandem dort zu tun, das ist ein Ich-Erzähler, der namenlos bleibt. Der ist auch interessanterweise ein Architekt, der ist zu Zeiten 1979, nämlich kurz vor der Islamischen Revolution in Teheran und ist im Prinzip wie Paul auch ein dekadenter Schnösel.“
Der Roman 1979 wird als wichtiger Vergleichstext zu Aïr herangezogen: Auch dort gibt es einen überdrüssigen, dekadenten Protagonisten, der aus der hyperkapitalistischen Welt flieht – dort allerdings in ein Straflager statt in eine Märchenwelt. Beide Romane spielen laut den Sprechern dasselbe Grundmodell durch: Was kommt am Ende des Spätkapitalismus?
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